OLPC-Manager kann sich Lizenzierung des XO-Notebooks vorstellen

Software-Chef Walter Bender erwägt, die für den Bildungslaptop entwickelte Technik in Zukunft freizugeben.

vorlesen Druckansicht 41 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Walter Bender, für Software und Inhalte zuständiger Präsident der "One Laptop per Child"-Initiative (OLPC), sieht eine zukünftige Freigabe der bei dem Projekt entwickelten Technik positiv. "Ich weiß nicht, ob es nicht besser für die Kinder wäre, wenn wir all das, was wir heute machen, frei veröffentlichen würden – für alle und egal für welchen Zweck. So könnten vielleicht schneller mehr Laptops in die Hände der Kinder gelangen", sagte Bender im Interview mit der Onlineausgabe des Technologiemagazins Technology Review. Doch bevor es zu einer Lizenzierung des XO genannten Billigrechners komme, werde es noch eine Weile dauern: "Mit dieser Frage kämpfen wir gerade. Wir brauchen einen Wirtschaftswissenschaftler, der das für uns herausfindet." Noch wolle man sich allerdings das Heft nicht aus der Hand nehmen lassen, um "den Druck auf die IT-Branche" aufrechtzuerhalten.

Zum Abgang des Chip-Riesen Intels aus dem Projekt äußerte sich Bender ähnlich gelassen wie sein Chef, Projektgründer Nicholas Negroponte: "[Die haben] nichts beigetragen. Weder bei unserem aktuellen Produkt, dem XO, noch bei unserem Lernmodell oder bei unserer Software. Dass sie jetzt gegangen sind, kann uns eigentlich egal sein." Zu den anfänglichen Problemen des Bildungsprojektes, genügend Abnehmer zu finden, sagte der OLPC-Präsident, man habe sich anpassen müssen: "Wir haben sicher auf unserem Weg einige Fehler gemacht. Einer davon war, dass unser Modell ein bisschen zu unflexibel war. Teilweise basierte das auf falschen Vorstellungen, welches Volumen wir brauchen, damit das Projekt anläuft." Inzwischen setze man deshalb auf eine Kombination aus Großverkauf an Länder wie Peru (270.000 Geräte) und kleineren Orders, die auch spendenfinanziert sein könnten. "Wir haben gerade 100.000 solcher Rechner gebaut, die wir im Rahmen des "Geben"-Teils der "Give 1 Get 1"-Initiative verteilen werden." Bei "Give 1 Get 1" konnten Nordamerikaner für 400 Dollar einen XO kaufen, ein zweiter ging jeweils an ein Kind in der Dritten Welt.

Das ganze Interview mit OLPC-Präsident Bender in Technology Review online:

(bsc)