Renaissance für eine traditionsreiche Batterietechnik

Mit Hilfe von Superkondensatoren sollen Bleiakkus so aufgepeppt werden, dass sie sich sogar für Hybridfahrzeuge eignen.

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Die Elektro- und Hybridfahrzeughersteller warten schon seit Jahren auf den großen Durchbruch bei den Lithium-basierten Akkumulatoren: Hochleistungsbatterien mit langer Lebensdauer und hoher Leistungsfähigkeit sollen endlich Autos mit emissionsfreien Reichweiten von 150 Kilometern und mehr möglich machen – und das kostengünstig. In eine entsprechende Forschung fließen derzeit Hunderte Millionen Dollar bei Autoherstellern und zahlreichen Neugründungen. Doch leicht wird die Lösung des Problems nicht: So gelten Lithium-Batterien nach wie vor als volatil und haben dank großer Rückrufaktionen von Laptop-Herstellern ein eher unsichereres Image als brandgefährdete Energiespeicher.

Wissenschaftler am Forschungsbereich emissionsarme Verkehrstechnik bei der australischen Wissenschaftsagentur CSIRO wollen das Problem nun lösen, indem sie eine altbekannte Batterietechnik mit neuer Technik wiederbeleben. Die so genannte "UltraBattery" kombiniert den inzwischen 150 Jahre alten Bleiakku-Ansatz mit Superkondensatoren. Das sind Bauteile, die schnell große Energiemengen aufnehmen und auch wieder abgeben können, ohne dass dies die Lebensdauer einschränken würde, berichet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Ergebnis: Die neue Batterie der Australier hält bis zu vier Mal länger als traditionelle Bleiakkumulatoren und soll laut den Erfindern nur ein Drittel der Kosten existierender Hybrid-Batteriepakete verursachen. Damit ist jedoch nicht die neue, noch nicht verfügbare Lithium-Generation gemeint, sondern jene als robust und sicher geltenden Nickel-Metallhydrid-Akkupacks, die etwa in Toyotas Prius stecken.

Und es kommt noch besser: Bereits jetzt laufen Prototypen der Technik erstaunlich zuverlässig. Ein Honda Insight Hybrid, der mit einem UltraBattery-Satz ausgerüstet wurde, absolvierte bereits mehr als 160.000 Kilometer auf einer Teststrecke in Großbritannien. "Die Batterien waren auch nach dem Test noch in perfektem Zustand", freut sich David Lamb, der das Projekt betreut. Allerdings sind die Australier nicht die einzigen Forscher, die an der Technik arbeiten. Ein US-Start-up namens Axion Power International forscht ebenfalls an dem Ansatz, der Kondensator und Batterieteil in einem Akku vereint. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben auch wichtige Patente und will sie gegenüber den australischen Forschern verteidigen, die bereits mit einem japanischen Batteriehersteller zusammenarbeiten.

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(bsc)