Investoren sagen Harman-Übernahme ab
Die Übernahme von Harman International Industries schien eigentlich schon in trockenen Tüchern. Jetzt machten Kohlberg Kravis Roberts und GS Capital Partners einen Rückzieher.
Die bereits von der EU-Kommission genehmigte Übernahme von Harman International Industries durch Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) sowie die zu Goldman Sachs gehörende GS Capital Partners ist geplatzt. Die beiden Private-Equity-Firmen hätten das Geschäft wegen Zweifeln am finanziellen Zustand Harmans in letzter Sekunde fallen lassen, heißt es in Medienberichten. KKR und Goldman Sachs wollen Harman zufolge eine erhebliche Verschlechterung der Vermögenslage seit Vertragsabschluss ausgemacht haben und hätten erklärt, der Hersteller von HiFi- und Heimkinogeräten habe den Fusionsvertrag gebrochen. Harman bestreitet dies.
Harman sollte für knapp 8 Milliarden US-Dollar an die Private-Equity-Partner veräußert werden. Zu dem US-Konzern gehört unter anderem der HiFi- und Infotainment-Spezialist Harman/Becker Automotive Systems, der Audio- und Navigationssysteme an alle großen deutschen Automobilhersteller liefert. Derzeit herrsche Unsicherheit über die Zukunft der Geschäftsbeziehung zu dem wichtigen Kunden DaimlerChrysler, geht aus Medienberichten hervor. Vor Kurzem hatte der Finanzinvestor Cerberus Chrysler übernommen. Auch seien bei Harman die Lagerbestände im Februar um 40 Prozent angewachsen. Analysten werteten die Absage der Übernahme aber auch als Zeichen der allgemeinen Branchenkrise, heißt es weiter. Im Zuge der Immobilienkrise in den USA bekämen Private-Equity-Firmen zusehends Probleme, Übernahmen wie gewohnt am Kreditmarkt zu finanzieren. (anw)