Microsoft will das Einkaufserlebnis anreichern
Der Softwarekonzern ist an einem Projekt beteiligt, bei dem Einkaufswagen mit LC-Displays bestĂĽckt werden. Diese sollen den Kunden beim Einkaufen helfen und ihnen Werbung nahe bringen.
Der US-amerikanische Einzelhandelskonzern Wakefern hat ein neunmonatiges Pilotprojekt abgeschlossen, bei dem Einkaufswagen mit Informationsdisplays und Scannern von MediaCart bestückt sind. Nun plant das Unternehmen, den Einsatz der Einkaufswagen in Lebensmittel-Supermärkten der Wakefern-Filialen ShopRite in der zweiten Jahreshälfte 2008 zu testen. Die Werbeinhalte soll dabei Microsofts Werbeplattform Atlas beisteuern, heißt es in einer Mitteilung. Das System basiert auf Windows CE und Microsoft SQL.
MediaCart will mit Hilfe von LC-Displays, die innen an der Frontseite der Einkaufswagen angebracht werden, für Orientierung in den großen und sich ständig wandelnden Supermärkten sorgen. Die LCDs, die mit einem Eingabefeld am Griff des Einkaufswagens bedient werden können, zeigen den Standort einer gewünschten Ware an. Ein zusätzlich angebrachter Scanner liest den Preis ein und summiert ihn zu den bisher gescannten Produkten, erlaubt Preisvergleiche mit anderen Waren und gibt Informationen beispielsweise über ihren Nährwert aus. Außerdem sollen die Kunden mit Werbung versorgt werden, die von Microsoft bereitgestellt wird.
Die Zielrichtung der Werbung soll sich nach den vorherigen Einkäufen oder der Einkaufsliste eines Kunden richten. Die früheren Einkäufe werden abgespeichert und über eine Kundenkarte abgerufen, die der Kunde vor dem Einkauf einlesen lässt. Wahlweise können die Kunden von zu Hause aus digitale Einkaufslisten über das Internet hochladen und dann im Supermarkt am Display abrufen. Dabei sollen keine persönlichen Daten in die Hände von Microsoft, MediaCart oder Werbetreibende gelangen, heißt es in der Mitteilung. Letzteren soll die Technik aber Möglichkeiten bieten, um die Wirksamkeit ihrer Werbung zu untersuchen.
Ein ähnliches Angebot war auch Teil des Future Store Projektes, das der Handelskonzern Metro 2003 in Rheinberg gestartet hatte. Während das Future Store Projekt selbst inzwischen eingestellt wurde, haben einige Vertriebsmarken der Metro bisher die dort auch getesteten Selbstzahlerkassen und Infoterminals übernommen und nutzen die RFID-Technik für die Logistik hinter den Kulissen. (anw)