Bakterien fĂĽr die Kunstfaserherstellung
Ein US-Start-up nutzt veränderte Stämme von E. coli, um aus Zucker nützliche Chemikalien herzustellen, deren Produktion früher Erdöl verbraucht hat.
Genomatica, eine junge Biotech-Firma aus San Diego, hat eine Methode entwickelt, mit der sich der zentrale Bestandteil der Kunstfaser Elastan aus Zucker herstellen lässt – und zwar zu einem Preis, der mit dem aktuellen petrochemischen Prozess bald konkurrenzfähig sein soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Dazu hat das Unternehmen ein genetisch verändertes E. coli-Bakterium geschaffen, das eine Chemikalie namens 1,4-Butandiol (BDO) ausscheidet. Aus diesem Stoff lassen sich verschiedene Endprodukte wie die erwähnten Kunstfasern, aber auch Autoteile oder Medikamente herstellen.
Laut Genomatica erreicht der proprietäre Prozess einen Reinheitsgrad von mehr als 99 Prozent. Das wäre ein technischer Meilenstein, der den Weg zu einer Demonstrationsanlage mit einem Output von immerhin einer Tonne pro Tag freimacht, die bereits im nächsten Jahr entstehen soll. Laut der Firma gelang es außerdem, die Produktivität des verwendeten Bakteriums auf ein Niveau zu heben, das in der nächsten Entwicklungsstufe mit Herstellungsprozessen auf Öl- und Erdgasbasis konkurrieren können soll. Christophe Schilling, Chef von Genomatica, erwartet außerdem, dass der neue Prozess die Energiekosten bei der Herstellung von BDO um bis zu 30 Prozent senken wird.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)