UN starten neue Online-"Volksuniversität"

Die auf Web-2.0-Prinzipien basierende Online-Universität soll es mehr Menschen ermöglichen, eine Hochschulausbildung zu erhalten.

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Von
  • Florian Rötzer

Seit Ende April hat die neue Universität bereits erste Studenten aufgenommen – nun haben die Vereinten Nationen den Start der neuen "Online-Volksuniversität" offiziell bekannt gegeben. Noch ist die University of the People kostenlos. Geplant ist allerdings, ab 2010 Gebühren zu erheben. Es werden dann vermutlich 20 bis 50 US-Dollar Aufnahmegebühren und für jede Prüfung zwischen 10 und 100 US-Dollar fällig. Wenn im Laufe des Studiums bis zu 40 Prüfungen stattfinden, dann kommt dabei schon auch einiges zusammen. Angeblich soll die Höchstsumme laut der Universität bei 450 US-Dollar liegen, womit die Ausgaben weit unter den üblichen Kosten liegen würden.

Die UN Global Alliance for Information and Communication Technology and Development (GAID) will mit der von ihr eingerichteten Online-Universität zeigen, wie sich mit der Informations- und Kommunikationstechnologie weltweit die Ausbildungssituation verbessern ließe.

Der israelische Unternehmer Shai Reshef, der Gründer der Universität und Betreiber des Hausaufgabendiensts Cramster.com, hat für die Universität eine Million Dollar gespendet. Bislang sei Hunderten Millionen von Menschen der Zugang zu Universitäten verwehrt, sagte er. Dabei spiele nicht nur das Geld eine Rolle, sondern es fehlten regional auch die Institutionen; oder es sei den Menschen nicht möglich, für ein Studium umzuziehen.

Die auf Web-2.0-Grundlagen aufbauende Volksuniversität soll es Menschen, sofern sie einen entsprechenden Abschluss und ausreichende Englischkenntnisse besitzen, nun ermöglichen, von Zuhause aus bei minimalen Kosten und der Verwendung von Open-Source-Techniken und Open-Course-Material sowie mit E-Learning-Methoden und P2P-Lehre zu studieren. Es werden jeweils Klassen mit 15 bis 20 Studenten gebildet. Wöchentlich wird offenbar eine Vorlesung angeboten. Neben den Kommilitonen sollen auch Professoren, Postgraduierte und Studenten aus anderen Kursen Hilfe anbieten. Die Studenten erhalten kostenlose Studienmaterialien. Erwartet werden die aktive Teilnahme an den Kursen, die Kommunikation mit Dozenten und Kommilitonen und eine wöchentliche Arbeits- und Lernzeit von mindestens 8 Stunden.

Bislang hätten sich 200 Studenten aus 52 Ländern, vor allem aus China, für die zwei vorhandenen Kurse in Computer- und Betriebswissenschaft eingeschrieben. Für das erste Semester werden nicht mehr als 300 Studenten aufgenommen. Notwendig für den weiteren Betrieb der Universität wären innerhalb von vier Jahren 15.000 Studenten. Während dieser Zeit würden die Kosten etwa 6 Millionen US-Dollar betragen. Master- und Promotionsabschlüsse können noch nicht vergeben werden, die Abschlüsse sollen dem Bachelor vergleichbar sein. Reshef hofft jedoch, in den nächsten Jahren eine Akkreditierung der Universität zu erhalten. (fr)