Festnetzschwund in Ă–sterreich beschleunigt

Seit Jahren verliert das Festnetz in Ă–sterreich Kunden. 2007 hat sich die Rate der KĂĽndigungen sogar noch beschleunigt.

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Der österreichische Marktführer Telekom Austria (TA) verliert immer mehr Festnetzkunden, und das immer schneller. Im Jahr 2007 sank die Zahl der Festnetzanschlüsse im TA-Netz trotz Übernahme der eTel-Gruppe von 2.642.600 Ende 2006 auf 2.434.400 Ende 2007. Dieses Minus von 208.200 Anschlüssen bedeutet, dass es alle 151 Sekunden ein Festnetzzugang weniger wurde. Im ersten Halbjahr 2006 war dieser Wert noch bei 225 Sekunden gelegen.

Gestiegen ist die Zahl der direkt verkauften ADSL-Anschlüsse, und zwar von 571.300 auf 665.200. Die Menge der über Großhandelspartner vertriebenen ADSL-Zugänge ist jedoch von 122.300 um über 30 Prozent auf 85.500 gefallen. Dazu dürfte das umstrittene KombiPaket der Telekom beigetragen haben, das Neukunden Festnetz-, Internet-Flatrate- und Mobilfunkanschluss zum Gesamtpreis von 19,90 Euro pro Monat bietet.

Die Mobilfunktochter Mobilkom Austria meldet hingegen steigende Kundenzahlen. Während die Schar der vorauszahlenden Kunden (Prepaid) im Jahresabstand um 6,3 Prozent auf 1,333 Millionen geschrumpft ist, wuchs die Gruppe der Kunden mit Rechnungslegung (Postpaid) um 19 Prozent auf 2,626 Millionen. Damit konnte das Unternehmen seinen Gesamtmarktanteil nach eigenen Angaben von 38,7 auf 40,3 Prozent ausbauen. Die Gesamtsumme der österreichischen Mobilfunkanschlüsse ist unterdessen weiter gestiegen. Zum Jahreswechsel kamen nach Mobilkom-Schätzung auf jeden Einwohner bereits 1,18 aktive SIM-Karten.

Auch die ausländischen Mobilfunkgesellschaften des Konzerns melden höhere Kundenzahlen als vor einem Jahr. In Bulgarien, wo auf jeden Einwohner bereits 1,33 Mobilfunkanschlüsse kommen, konnte die Mobiltel ihre Kundenbasis um 19,5 Prozent auf 5,1 Millionen vergrößern. Die erst im November übernommene weißrussische MDC erhöhte ihre Kundenzahl im Jahresabstand um 23 Prozent auf 3,1 Millionen. Im Netz der kroatischen VIPnet bedeutet ein Zuwachs von 14 Prozent nun 2,2 Millionen Teilnehmer. Die slowenische Si.mobil verzeichnete ein Plus von 18,2 Prozent auf 497.000 Kunden, während das 12,5-prozentige Wachstum die Mobilkom Liechtenstein auf 5.400 Abnehmer hob.

Insgesamt ergibt das 14,8 Millionen Mobilfunknutzer. Die Werte für die kürzlich in Serbien und Mazedonien gestarteten Tochterfirmen werden erst Ende Februar veröffentlicht. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)