Free Software Foundation macht sich für freies Audioformat stark
Mit der Kampagne "Play Ogg" will die Free Software Foundation Nutzer dazu bewegen, statt MP3 das lizenz- und patentfreie Ogg Vorbis zu verwenden.
Die Free Software Foundation (FSF) will mit ihrer Kampagne "Play Ogg" Nutzer für das lizenz- und patentfreie Audioformat Ogg Vorbis begeistern. Auf der Webseite PlayOgg.org gibt die FSF Tipps dafür, wie Plug-ins und Player-Software zum Abspielen von Ogg Vorbis unter Windows und Mac OS X installiert werden können. Die meisten Linux-Distributionen unterstützen Ogg Vorbis von Hause aus.
Als Argumente für den Einsatz des freien Audioformats bringt die FSF nicht nur dessen bessere Effizienz gegenüber dem betagten MP3-Format zur Sprache, sondern legt vor allem wert darauf, dass Vorbis lizenz- und patentfrei ist, sodass keine Lizenzkosten für den Codec anfallen. Microsoft musste kürzlich feststellen, dass sich solche Kosten ziemlich summieren können. Alcatel-Lucent sah durch den Softwarekonzern seine MP3-Patente verletzt, weil der Windows-Hersteller einen MP3-Codec in den Windows Media Player integrierte hatte. Microsoft wurde zu einer Schadensersatz-Zahlung von rund 1,5 Milliarden US-Dollar verurteilt.
Nachdem ursprünglich viele Hardware-Hersteller dem Versprechen von Patent- und Lizenzfreiheit skeptisch gegenüber standen, unterstützen mehr und mehr Geräte Vorbis. Ob Vorbis keine Patente verletzt, ist allerdings bis heute nicht gänzlich geklärt, auch wenn die Entwickler eine Patentrecherche durchgeführt und sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht haben, um bekannte Software-Patente herum zu programmieren.
Vorbis war der erste Spross der unter dem Oberbegriff Ogg zusammengefassten Multimedia-Formate der Xiphophorous-Stiftung (Xiphophorus, deutsch "Schwertträger", bezeichnet eine omnivore Fischgattung). Mit Ogg Theora entwickelt die Stiftung auch einen Video-Codec weiter (ehemals On2 Truemotion VP3), der im Unterschied zu seinem Audio-Pendant nicht patentfrei, dank einer BSD-artigen Lizenz aber kostenfrei nutzbar und im Quellcode erhältlich ist. Eine Vereinbarung mit Xiphophorous soll dafür Sorge tragen, dass On2 Technologies im Nachhinein keine Patentansprüche stellen kann. (vza)