Infineon gründet Joint Venture in Südkorea
Schwerpunkt des Joint Venture sollen spezielle Module für elektronisch gesteuerte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Klimaanlagen sein.
Der angeschlagene Halbleiterhersteller Infineon will ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem südkoreanischen Unternehmen LS Industrial Systems gründen. Schwerpunkt des Joint Venture sollen spezielle Module für elektronisch gesteuerte Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Klimaanlagen sein, teilen die Unternehmen heute mit. An dem neuen Unternehmen unter dem Namen LS Power Semitech mit Sitz im südkoreanischen Cheonan 160 km südlich von Seoul wird LS Industrial Systems 54 Prozent halten und Infineon 46 Prozent. Das Joint Venture soll im Januar 2010 seine Arbeit aufnehmen.
Durch die dort gemeinsam entwickelten Module soll die Energieeffizienz der Geräte verbessert werden. Gesetzliche Regelungen zu Energieeinsparungen und wachsende Verbrauchernachfrage sorgten für ein Wachstum bei elektronisch gesteuerten Motorantrieben in Haushaltsgeräten, erläutert Infineon. Das deutsche Unternehmen will IP-Lizenzen, technisches und Prozess-Know-how sowie Backend-Fertigungsanlagen zu seinen Leistungsmodulen CIPOS (Control Integrated Power System) in das Joint Venture einbringen. Beide Unternehmen werden bei der internationalen Vermarktung und der Entwicklung neuer Produkte eng zusammenarbeiten.
Infineon will für das Joint Venture rund zwei Dutzend Arbeitsplätze aus Regensburg nach Südkorea verlagern. Es sei aber das Ziel, die Belegschaft in Regensburg zu halten, sagte eine Firmensprecherin. Mit rund 2200 Beschäftigten ist Regensburg die größte Infineon-Fertigungsstätte in Deutschland. Der Konzern mit weltweit rund 29.100 Beschäftigten bemüht sich nach einem Auftragseinbruch und hohen Verlusten derzeit um staatliche Unterstützung.
LS Industrial Systems ist laut Infineon Marktführer für Leistungs- und Automatisierungsanwendungen in Südkorea. Infineon selbst habe 2007 bei Leistungshalbleitern und -modulen weltweit einen Marktanteil von 9,7 Prozent erreicht und sei damit Marktführer. (anw)