Speicherpreise bleiben im Aufwind

Mainstream-Speicher-Preise steigen zum Teil um über 20 Prozent - ein Ende der Entwicklung ist gegenwärtig nicht absehbar. Viele Chip-Hersteller haben sich abgewandt und in lukrativere Märkte investiert.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Karl Fröhlich

Die Stimmung im Speichermarkt ist so gut wie seit langem nicht mehr. "Das Geschäft entwickelt sich weiter positiv – gegenüber dem Vorjahreszeitraum beobachten wir eine Steigerung beim Umsatz und in den Stückzahlen", erklärt Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro. "Die Nachfrage ist gut, die Verfügbarkeit der Key-Produkte wie DDR3-Module mit zwei bzw. vier GByte ist hingegen seit Wochen schlecht." Eine Entwicklung, die seit Dezember für steigende Preise sorgt.

Seit Ende Dezember steigen die HEKs fĂĽr DDR-RAMs zwischen fĂĽnf und 30 Prozent.

"Die Steigerungsrate liegt zum Teil bei 20 Prozent", sagt Christian Marhöfer, Geschäftsführer bei Kingston Technology Deutschland. "Die Nachfrage hat sich dadurch deutlich verbessert." Seit Dezember hatten viele Anbieter ihre Lager runtergefahren und abgewartet. Diese Haltung wird nun zunehmend aufgegeben. Eine Trendwende sieht Marhöfer vorerst nicht.

Wegen des Preisverfalls und dem daraus resultierenden Verlustgeschäft, haben die Chip-Hersteller zuletzt nicht groß investiert. Dies spiegelt sich allmählich auch in der Angebotsmenge wieder. "Die Tendenz, eine zunehmende Anzahl an Produktionskapazitäten für Mobile-DRAMs zu reservieren (Smartphones, Tablets) reduziert das Angebot im DDR3-Segment", meint auch George Linardatos, Geschäftsführer bei Transcend. "Die Hersteller sind offensichtlich nicht mehr bereit, zu den zuletzt herrschenden sehr geringen Margen ihre Chips in den freien Markt zu geben. Diese Entwicklung begann bereits im November 2012 und hält nach wie vor unvermindert an."

Mit dem bevorstehenden „Chinese-New-Year“ wird ab der KW 8 wieder neu verhandelt. Dann zeigt sich, ob der Aufwärtstrend bei DDR3 fortgesetzt wird oder ob die Preise wieder abstürzen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die aktuelle Aufwärtstendenz auch in der zweiten Februarhälfte fortsetzt, bewerte ich als hoch", sagt Linardatos. "Auch für DDR2-Module und -Chips gibt es derzeit keine Anzeichen, dass sich die Preise nach unten bewegen werden." Im günstigsten Fall bleiben sie stabil. Kingston Manager Marhöfer sieht es ähnlich: "Die Preise werden nicht kontinuierlich ansteigen. Speziell bei Mainstream-Speichern für Desktops und Notebooks bleibt die Verfügbarkeit aber eingeschränkt."

Mehr Infos

Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

ALSO GmbH
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH

Für DDR1333-RAMs mit vier GByte müssen Wiederverkäufer derzeit mit einem HEK von etwas über 19 Euro kalkulieren. Zum Jahreswechsel lag der Kurs im Schnitt noch bei knapp 16 Euro. Ein 8-GByte-Kit gab es damals noch für unter 20 Euro. In der KW 6 müssen Händler dafür fast 37 Euro ausgeben. Momentan driften auch die HEKs für DDR1600- und DDR1866-Bausteine wieder auseinander. Ein 8-GByte-Kit beginnt bei 38,50 bzw. 43,65 Euro – bei schlechter Verfügbarkeit.

Der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel liegt laut heise resale Preisradar bei 44,38 Euro (brutto). Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einem Anstieg von rund sechs Prozent. Die Faschingswoche sollte sich stabilisierend auf die Preise auswirken. Das Chinesische Neujahrsfest dürfte den deutschen Markt nicht direkt beeinflussen. Nachdem die CeBIT viel von der einstigen Strahlkraft verloren hat, sollten Händler nicht automatisch auf sinkende Kurse bauen und auch in der zweiten Märzhälfte werden vermutlich keine Quartalsendpreise ausgerufen. Für die kommenden Wochen erwarten Marktbeobachter eine Seitwärtsbewegung mit Tendenz nach oben. (map)