Smartphone-Spiel mit Muskelrückmeldung

Potsdamer Wissenschaftler haben ein Force-Feedback-System entwickelt, das man körperlich spüren kann.

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Mit der sogenannten Force-Feedback-Technik ist es möglich, Computerspiele realistischer zu gestalten: Statt nur Ton und Bild über einen Monitor zu übertragen, werden auch haptische Signale an den Spieler weitergegeben – beispielsweise, wenn er im Game getroffen wird oder gegen eine Wand stößt. Die einfachste Form der Umsetzung besteht aus kleinen Vibrationsmotoren, die direkt im Spielecontroller stecken, beispielsweise bei Playstation oder Xbox. Doch diese lassen sich nur schwer miniaturisieren und in Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets einbauen.

Forscher am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut haben deshalb nun eine Alternative entwickelt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Das "Muscle-Propelled Force Feedback" (MPFF), bei dem die Muskeln des Spielers direkt angesprochen werden. Beim Prototypsystem, das einen medizinischen Signalgenerator nach dem Prinzip der elektrische Muskelstimulation (EMS) nutzt, werden insgesamt vier Elektroden eingesetzt, die die Unterarmmuskeln anregen. Das tut zwar nicht weh, sorgt aber dafür, dass sie unwillkürlich kontrahieren. Mit dem anderen Arm wird dann automatisch ausgeglichen, was zum üblichen Force-Feed-Back-Effekt führt.

Die Technik ist vergleichsweise kompakt und passt in der aktuellen Ausführung in ein kleines Kästchen hinter ein Smartphone. Ohne die Motoren sei MPFF zudem energiesparend, sagen die Forscher. Bei den insgesamt zehn Testpersonen kam ein Probespiel, bei dem man ein Flugzeug gegen gigantische Windräder ansteuern musste, gut an. Der Effekt sei realistischer als klassische Vibrationsmotoren, sagte eine Mehrheit. Neben dem EMS-Signalgeber verwendeten die Forscher ein handelsübliches Android-Smartphone, auf dem eine eigens entwickelte Software läuft.

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(bsc)