Dennis Tito will 2018 zwei Menschen zum Mars schicken
Der als erster Weltraumtourist bekannt gewordene Multimillionär Dennis Tito will 2018 zwei Menschen zum Mars schicken. Ihre Raumkapsel soll den Roten Planeten dann umrunden, aber nicht darauf landen.
Der US-amerikanische Multimillionär Dennis Tito will 2018 zwei Menschen auf eine Mission zum Mars schicken. Das teilte die Inspiration Mars Foundation des 72-Jährigen am gestrigen Mittwoch in Washington mit. Tito war 2001 weltweit bekannt geworden: Als erster Weltraumtourist verbrachte er für 20 Millionen US-Dollar eine Woche auf der Internationalen Raumstation ISS.
Wie seine Non-Profit-Organisation in ihrer Ankündigung (PDF-Datei) erläutert, wird sich 2018 eine einmalige Gelegenheit für eine Marsmission ergeben, weil sich Erde und Mars in einer besonders günstigen Konstellation befinden werden. Um das auszunutzen, werde man am 5. Januar 2018, zwei Personen, einen Mann und eine Frau, als Privatpersonen auf den Weg zum Mars schicken. Den Roten Planeten sollen sie in einer Entfernung von 100 Meilen (rund 160 Kilometer) umrunden, bevor die Rückreise zur Erde beginnt. Insgesamt soll die Mission 501 Tage dauern. Diese Missionszeit bezieht sich offenbar auf die Bezeichnung "501(c) organization" für eine US-amerikanische Non-Profit-Organisation, wie Inspiration Mars eine ist.
(Bild:Â Screenshot)
Für die Mission setze man auf Technik (PDF-Datei), die ihre Funktionstüchtigkeit bereits unter Beweis gesetzt hat. Deswegen wolle man auf Erfahrungen der Industrie, der NASA und der ISS zurückgreifen. Im Rahmen der Mission soll die Kapsel durch ein einzelnes Manöver auf Kurs Richtung Mars gebracht werden. Ein aufblasbares Wohnmodul werde gesondert gestartet und erst im All an die Kapsel angedockt. Vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nach Ende der Mission soll es wieder abgestoßen werden.
Die Foundation will Anfang März detaillierter Pläne vorlegen. Sie soll das gesamte Projekt als primärer Vertragspartner leiten und die Pläne, das Training aber auch die Vorbereitung und die Operation selbst überwachen. Von welchen Kosten dabei ausgegangen wird, wurde nicht mitgeteilt. Das Geld soll aber vorwiegend von privaten Geldgebern kommen. Auch mit staatlichen Organisationen wolle man zusammenarbeiten, um auf deren einzigartige Erfahrungen zurückgreifen zu können. Eine enge Kooperation wolle man etwa mit der NASA eingehen.
(Bild:Â ESA)
Die Tatsache, dass lediglich ein Vorbeiflug, keine Landung auf dem Mars geplant ist, verringere das Risiko. Tito bezeichnete denn auch die Einfachheit als das Schöne an der Mission. Natürlich wäre sie nicht risikolos, aber das seien genau die Risiken, die die USA eingehen müssten, um das Wissen zu erweitern und die weltweite Führungsrolle Amerikas auszubauen, so Tito. Eine derart günstige Konstellation der beiden Planeten werde es nach 2018 erst 2031 wieder geben. (mho)