Nvidia renoviert Notebook-Grafikchips

Nvidia präsentiert neue Einsteiger- und Mittelklasse-Grafikchips, die mit 40 nm Strukturbreite gefertigt werden und als erste Notebook-Chips auf der GT200-Architektur aufsetzen.

vorlesen Druckansicht 40 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Die kalifornische Grafikchip-Schmiede Nvidia hat ihr Angebot an Notebook-Grafikchips überarbeitet. Alle neuen Modelle gehören gemäß ihrer Typenbezeichnung zur GeForce-200M-Serie, doch unter der Haube geht es wild zu: Während in den neuen Grafikchips GeForce GTS 260M, GTS 250M, GT 240M, GT 230M und G 210M erstmals Ableger der GT200-Architektur zum Einsatz kommen, arbeitet in den schon länger bekannten High-End-Chips GeForce GTX 280M und GTX 260M der ältere, seit GeForce-8000-Tagen bekannte G92-Kern.

Anders als bei Desktop-Grafikchips, bei denen sich die GT200-Architektur mit bis zu 240 Shaderprozessoren austoben darf, geht es im Notebook-Markt deutlich gemäßigter zu – an die Rechenleistung der Desktop-Produkte kommen die Neulinge deshalb nicht einmal ansatzweise heran. Die beiden Performance-Grafikchips GTS 260M und GTS 250M haben jeweils 96 Shader, die Mittelklasse-Chips GT 240M und GT 230M je 48 Shader und der Low-End-Chip G 210M sogar nur 16 Shader.

Schnelle GeForce-Grafikchips fĂĽr Notebooks
Modell baugleich
zu
Shader-
prozessoren
Chiptakt Shader-
takt
Speicher-
takt
Speicher-
interface
Speicher-
typ
9700M GTS – 48 530 MHz 1325 MHz 800 MHz 256 Bit GDDR3
GT 230M – 48 500 MHz 1100 MHz 800 MHz 128 Bit GDDR3
GT 240M – 48 550 MHz 1210 MHz 800 MHz 128 Bit GDDR5
9800M GS – 64 530 MHz 1325 MHz 800 MHz 256 Bit GDDR3
GTS 160M 8800M GTS*,
9800M GTS
64 600 MHz 1500 MHz 800 MHz 256 Bit GDDR3
GTS 250M – 96 500 MHz 1250 MHz 1600 MHz 128 Bit GDDR5
GTS 260M – 96 550 MHz 1375 MHz 1800 MHz 128 Bit GDDR5
9800M GT 8800M GTX 96 500 MHz 1250 MHz 800 MHz 256 Bit GDDR3
GTX 260M 9800M GTX 112 500 MHz 1250 MHz 800 MHz 256 Bit GDDR3
GTX 280M – 128 585 MHz 1463 MHz 800 MHz 256 Bit GDDR3
max. Speicher: 1 GByte; *: Chip-/Shadertakt: 500/1250 MHz

Alle neuen Grafikchips werden mit 40 nm statt 55 nm Strukturbreite gefertigt. An der Leistungsaufnahme ändert sich dadurch nicht viel: Beispielsweise bewegt sich der Energiehunger des GTS 260M mit bis zu 38 Watt auf dem Niveau bisheriger Performance-Grafikchips. Angaben zur (für die Laufzeit wichtigeren) Stromaufnahme bei geringer Auslastung macht Nvidia nicht.

Nvidia wirbt mit der im Vergleich zur Vorgängergeneration doppelt so hohen Rechenleistung, untermauert diese Aussage aber nur mit Zahlen des langsamen G 210M im Vergleich zum noch lahmeren G 110M. Für viele aktuelle 3D-Spiele mit detailreichen Welten und vielen Effekten reicht er wie auch die Mittelklasse-Neulinge nicht aus; stattdessen muss dafür mindestens ein 3D-Chip der Performance-Klasse im Notebook werkeln.

Die fünf Notebook-Neulinge unterstützen Grafikeffekte nach Direct3D 10.1, wohingegen alle bisherigen Nvidia-Grafikchips (einschließlich der Desktop-Produkte) maximal Direct3D-10-fähig waren. In den auf der Webseite veröffentlichten Datenblättern schweigt sich Nvidia zu diesem Sachverhalt allerdings aus – was wenig wundert, denn schließlich hat man die Fähigkeit bei den Grafikchips des Konkurrenten AMD, die Direct3D 10.1 bereits seit der HD-3000-Generation unterstützen, bislang immer als nutzlos heruntergespielt. (mue)