Teleskopbau mit Mondstaub

NASA-Forscher wollen den größten Teil des Baumaterials für einen Riesenspiegel direkt vom Erdtrabanten holen.

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Es ist der Traum vieler Astronomen: Ein großer Weltraumspäher auf dem Mond, um damit in die Tiefen des Universums schauen zu können. NASA-Forscher haben nun eine relativ einfach umsetzbare Methode entwickelt, mit der sich Mondstaub zu einem betonartigen Material umformen lässt, mit dem große Teleskopspiegel aufgebaut werden können. Dazu werden Kohlenstoffnanoröhrchen mit Epoxidharzen vermischt, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Der Vorteil der Technik wäre vor allem, dass nur noch wenig Material von der Erde mitgebracht werden müsste: 90 Prozent des Spiegels würde aus Mondstaub bestehen. Damit gäbe es auch kaum eine Größenbeschränkung mehr, wie Peter Chen sagt, der als Forscher am Goddard Space Flight Center an dem Projekt arbeitet.

Die Leistungsfähigkeit eines Teleskops hängt direkt mit der Größe seines Spiegels zusammen. Das James Webb-Raumteleskop, das das alte Hubble-Teleskop 2013 ersetzen soll, wird der bislang größte Weltraumspäher sein, den die Menschheit je gebaut hat – sechs Meter Durchmesser hat sein Spiegel. Laut Chen könnte die neue Baumethode auf dem Mond noch deutlich größere Anlagen ermöglichen: bis zu 50 Meter Durchmesser. Das wäre die ideale Größe, um tief ins Universum schauen zu können, um erdähnliche Planeten in unserem Sonnensystem zu erspähen und nach Leben im All zu suchen.

Noch konnte das Forscherteam um Chen die Technologie nur auf der Erde zeigen, die Rolle des Mondstaubs übernahm dabei zermalenes Geröll mit einer ähnlichen Zusammensetzung. "Die Demonstration dieser Methode bei einem kleinen Spiegel ist nur ein erster kleiner Schritt in Richtung des Baus eines 50-Meter-Teleskops", meint Lee Feinberg, ein NASA-Wissenschaftler, der das James Webb-Teleskop-Programm managt.

Ein großes Problem auf dem Mond sei auch, wie sich mechanische Präzisionsgeräte und Oberflächen staubfrei halten lassen. Zudem existierten hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht – das Material müsse darauf also vorbereitet sein, meint Webb. Bevor man solche Ideen überhaupt ausprobieren kann, muss die NASA aber zuerst einmal zurück zum Mond. Bis 2020 soll es so weit sein.

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(bsc)