Speicherpreise legen weiter zu
Die Speicherpreise bleiben im Aufwind: Im 4-Wochen-RĂĽckblick steigen DDR3-RAMs weiter zweistellig. Seit Jahresanfang kauft der Handel um bis zu 40 Prozent teurer ein. Folgt der Markt der Tendenz aus 2012, steht dem Handel ein preisstabiles Q2 bevor.
Der Speichermarkt zeigt sich von einer ungewohnten Seite. Vorbei sind vorerst die Zeiten der absoluten Tiefpreise. Seit Jahresanfang kaufen Reseller um bis zu 40 Prozent teurer ein. Betroffen sind mehr oder weniger alle Typen und Kategorien. Kostete ein DDR3-1333-Modul mit vier GByte in Markenqualität Anfang Dezember knapp unter 15 Euro stieg der HEK seitdem auf über 21 Euro. Im 4-Wochen-Rückblick steigen die HEKs bei DDR2-Speicher bei fast allen Modellen im zweistelligen Bereich. DDR3-Bausteine verteuern sich in diesem Zeitraum im Schnitt um zehn Prozent.
Seit der KW 4 steigen die HEKs fĂĽr DDR-RAMs im zweistelligen Prozentbereich.
"Die Preiserhöhungen bei DDR3-Speicher-Chips sind auf ein eingeschränktes Angebot zurückzuführen", erklärt George Linardatos, General Manager bei Transcend. "Zudem beobachten wir bei Mitbewerbern Lieferengpässe vor allem bei Modulen mit 512-Mbit-x8-Chips."
Bedingt durch die Preiserhöhungen liegt im ersten Quartal die Nachfrage nach DDR3-Modulen hinter den Erwartungen. "Es wurde offensichtlich nicht zu viel auf Lager gelegt, aus der Hoffnung heraus, dass sich die Preise wieder nach unten bewegen", meint Linardatos. "Da es aber bis heute noch nicht dazu gekommen ist, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen, ob der Aufwärtstrend bei DDR3-RAMs weiter Bestand haben wird."
Begleitet von einigen deutlichen Spitzen tendiert der durchschnittliche VK seit Februar konstant nach oben.
Im Vergleich zur Vorwoche sinkt der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel laut heise resale Preisradar um nicht ganz zwei Prozent auf 49,55 Euro (brutto). GegenĂĽber der KW 6 Anfang Februar sieht es jedoch anders aus: Damals kaufte man im Schnitt noch fĂĽr 44,38 Euro. Am meisten gesucht sind nach wie vor 8-GByte-Kits, wie das G.Skill PC3-10667U (36,19 Euro), Corsair Vengeance Low Profile schwarz (46,82 Euro), G.Skill Sniper PC3-14900U (48,13 Euro) und Corsair Vengeance Low Profile blau (48,31 Euro).
Aktuell sieht die Branche etwas ungläubig auf die Speicherpreise. Im Prinzip erwarten alle, eine baldige Kehrtwende. "Es ist durchaus möglich, dass wir eine Fortsetzung der aktuellen Tendenz nach oben sehen werden, zumindest bis zu den Osterfeiertagen", sagt Transcend-Manager Linardatos. "Für das zweite Quartal ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nichts vorherzusehen. Erst in der ersten Aprilwoche wird die Tendenz klarer zu erkennen sein."
Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:
ALSO GmbH
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH
Im letzten Jahr zeigte der Speichermarkt eine ähnliche Entwicklung. Auch damals stiegen die HEKs im ersten Quartal und behaupteten im zweiten Quartal eine relativ stabile Entwicklung, allerdings auf einem eher niedrigen Absatzniveau. Im Moment sieht es so aus, als würde sich das Jahr 2013 ähnlich entwickeln.
"Da auch die Flash-Chips im Consumer-Markt eine relativ stabile Preistendenz aufweisen (vor allem bei TLC-NAND-Flash), sind Aktionen, die auf sinkende Preise in den kommenden Wochen setzen, mit einem relativ hohen Risiko behaftet", meint Linardatos. Für April sei seiner Ansicht nach "alles möglich". (map)