OECD: Weiter problematische Arbeitsmarktsituation in Deutschland

Im internationalen Vergleich dümpelt Deutschland mit einer hohen Zahl Langzeitarbeitsloser, schlechter Entlohnung von Frauen und dürftiger Integration von Migranten auf den hinteren Plätzen.

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Von
  • Frank Möcke

Die Arbeitsmarktsituation in Deutschland hat sich verbessert, bleibt aber problematisch. So fasst die Organisation fĂĽr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD die Situation in ihrem heute vorgestellten Employment Outlook zusammen.

In diesem Jahresbericht führt die OECD aus, dass in Deutschland die Arbeitslosenquote zwar von über 10 % im Jahre 2005 auf 7,2 % im Mai 2008 gesunken sei, aber noch immer 2 Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt liege. Ein großer Teil des Beschäftigungswachstums entfalle zudem auf Teilzeitarbeitsplätze. Mit 22 Prozent aller Beschäftigten hätten die Deutschen einen der höchsten Anteile unter den OECD-Staaten. Dies relativiert die Einschätzung der Bundesregierung angesichts der gestern publizierten aktuellen Arbeitsmarktzahlen.

Darüber hinaus schneidet Deutschland besonders schlecht bei der Langzeitarbeitslosigkeit ab. Gut die Hälfte aller Arbeitslosen in Deutschland suchte im vergangenen Jahr bereits seit über einem Jahr nach einer Stelle, verglichen mit weniger als 30 % im OECD-Durchschnitt. Nur in der Slowakei herrschen noch schlechtere Verhältnisse.

Etwa 15 % weniger Frauen als Männer zwischen 25 und 54 Jahren haben eine Beschäftigung, und sie verdienen im Durchschnitt 24 % weniger als Männer, wenn beide einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Unter den 20 OECD-Ländern, für die Daten vorliegen, ist der Lohnabstand zwischen Männern und Frauen damit nach Japan und Korea in Deutschland am stärksten ausgeprägt.

Ebenso liegt die Beschäftigungsquote in Deutschland bei jungen Migranten der 2. Generation um etwa 15 Prozentpunkte niedriger als bei der vergleichbaren Gruppe ohne Migrationshintergrund. Dies sei nicht allein durch Unterschiede im Bildungsniveau, sondern auch durch Diskriminierung am Arbeitsmarkt zu erklären. (fm)