Sensorsystem warnt Krankenhauspersonal vor Hygieneproblemen
Ein US-Start-up hat ein Armband mit Funkchip entwickelt, das Ärzte und Pfleger in Krankenhäusern dazu motivieren soll, sich ihre Hände korrekt zu waschen.
Die junge Firma IntelligentM will Krankenhäuser und Arztpraxen für Patienten und Pflegepersonal gesünder machen: Sie hat eine technische Lösung entwickelt, die sicherstellen soll, dass Medizinkräfte ihre Hände richtig reinigen. Das Verfahren basiert auf einem Sensorarmband, das über Vibrationssignalen mitteilt, ob der Träger ausreichend geschrubbt hat, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Was zunächst etwas merkwürdig klingt, könnte ein großes Problem lösen helfen: Allein in den USA sterben jährlich rund 100.000 Menschen aufgrund von Infektionen, die sie sich in Krankenhäusern zugezogen haben. Viele dieser Ansteckungen entstehen, weil Ärzte, Krankenschwestern und technische Mitarbeiter es mit der Hygiene nicht genau genug nehmen. Manche Versicherungsgesellschaft hat deshalb bereits damit begonnen, Krankenhäuser nicht mehr zu vergüten, wenn feststeht, dass es sich um eine auf diesem Weg übertragene Erkrankung handelt.
In den USA wird das Hygieneverhalten des Pflegepersonals nur durch speziell dafĂĽr abgestelltes Kontrollpersonen erfasst, die Stichproben durchfĂĽhren. "Die Leute sollen wissen, dass sie beobachtet werden und ihr Verhalten entsprechend anpassen", sagt Polly Trexler, Direktorin fĂĽr Krankenhausepidemiologie am Johns Hopkins Hospital in Baltimore. Das Problem: Diese Form der direkten Ăśberwachung ist kosten- und arbeitsintensiv und findet normalerweise nur tagsĂĽber statt.
In anonym durchgeführten Studien wurde ermittelt, dass Krankenhausmitarbeiter sich teilweise nur zur Hälfte der Zeit an die vorgegebenen Hygienestandards halten. IntelligentM ist nur eine von mehreren Firmen, die versucht, sich dem Problem technisch zu nähern. In anderen Fällen werden Messgeräte genutzt, die prüfen, wie viel Reinigungsflüssigkeit verwendet wurde, oder chemische Sensoren, die Seife und Desinfektionsmittel erkennen. RFID-basierte Systeme erfassen wiederum den Standort jeder Reinigungsstation und können überwachen, ob ein Krankenhausbediensteter wirklich vor Ort war.
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(bsc)