IBM untersucht "sozialen Graphen" zur Unternehmensoptimierung
Das Add-on-Paket Atlas ergänzt das Firmennetzwerk Lotus Connections um die Darstellung und Auswertung von Verbindungen und Beziehungen zwischen Mitarbeitern.
Der so genannte "Social Graph" ist im Web derzeit in aller Munde – damit sind die Verbindungen und Beziehungen einer Person zu Freunden, Familie und Kollegen gemeint. Spätestens seit Mark Zuckerberg, Gründer des aktuell besonders populären sozialen Netzwerks Facebook, derlei Informationen als "unschätzbar wertvoll" für das Geschäftsleben bezeichnete, versuchen immer mehr Firmen, sie sich zunutze zu machen. Beim IT-Konzern IBM untersucht man, wie verschiede Visualisierungen dieses sozialen Graphen Unternehmen effizienter machen könnten. Das erste Ergebnis dieser Arbeit nennt sich Atlas und ist eine Ergänzung für die hausinterne "Social Software"-Plattform Lotus Connections, die 2007 eingeführt wurde, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Atlas schaut sich fein abgestuft die Nutzerdaten an, um die Beziehungen zwischen Mitarbeitern zu analysieren.
Informationen über berufliche Beziehungen werden dabei nicht mehr nur anhand von Berufsbezeichnungen oder Informationen aus dem hausinternen Organigramm zusammengetragen, sondern über Markierungen (Tags), Web-Links und Mitgliedschaften in bestimmten Gruppen. Atlas kann so konfiguriert werden, dass auch E-Mails und Instant-Messaging-Botschaften nach solchen Mustern durchforstet werden. Die Bewertung einzelner Informationsbereiche lässt sich dabei allerdings vorher einstellen. Das Endergebnis ist ein virtueller Werkzeugkasten, der über eine einfache Abbildung der Netzwerke hinausgeht, die sich aus der offiziellen Firmenstruktur ergeben.
Rob Koplowitz, Analyst beim IT-Marktforscher Forrester, hält die Nutzung von "Social Computing"-Ansätzen in Firmen für genauso bedeutsam wie ihre Verwendung im Privatbereich. Eine zentrale Funktion spezieller Firmenlösungen sei es, dass sie sensible Daten schützen könnten. "Ich kann Beziehungen darstellen und Inhalte schaffen, die außerhalb des Unternehmens eher unpassend wären. In den Netzen aus dem Consumer-Bereich muss man ja immer annehmen, dass die Daten öffentlich sind und damit für jeden sichtbar." Ansätze wie Atlas seien aber darauf angelegt, nur firmenintern zu funktionieren.
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(bsc)