Musikbranche hofft auf Schwellenländer und Digital
Der Umsatz mit Musik ist im vergangenen Jahr erstmals seit 1999 wieder leicht angestiegen. Das wachsende Digitalgeschäft und die Entwicklung in Schwellenländern machen der Musikbranche wieder ein bisschen Hoffnung.
Der Musikmarkt ist in Deutschland 2012 weniger stark geschrumpft als im Vereinten Königreich. Dank eines besseren Wechselkurses zum US-Dollar ist der britische Markt dennoch wieder der nach Umsatz drittgrößte der Welt. Das meiste Geld verdient die Musikindustrie nach wie vor in den USA und Japan, Deutschland ist mit einem Jahresumsatz von umgerechnet knapp 1,3 Milliarden US-Dollar der viertgrößte Markt der Welt. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Internationalen Verbands der Musikbranche (IFPI) hervor.
Weltweit konnte die Musikbranche im vergangenen Jahr erstmals seit 1999 wieder leicht zulegen. Diese gute Nachricht hatte die IFPI bereits Ende Februar verbreitet. 2012 setzte die Branche weltweit insgesamt 16,481 Milliarden US-Dollar (12,58 Milliarden Euro) um, im Jahr davor waren es 16,456 Milliarden US-Dollar. Dabei gehen die Umsätze mit physischen Tonträgern weltweit zurück (minus 5 Prozent), während das Digitalgeschäft ebenso zulegt (plus 8 Prozent) wie das Rechtegeschäft (plus 9 Prozent).
Während das Geschäft in den USA im vergangenen Jahr bei 4,48 Milliarden US-Dollar stagnierte, zeigte der Markt in Japan eine spürbare Belebung um 4 Prozent auf umgerechnet 4,4 Milliarden US-Dollar. Auch in Australien und Kanada stiegen die Umsätze der Branche wieder. Schwellenländer wie Brasilien (plus 9 Prozent) und Indien (plus 22 Prozent) gehören zu den Hoffnungsträgern der Branche.
Digital macht inzwischen 35 Prozent des Gesamtumsatzes aus und steht in fünf Ländern bereits für über die Hälfte des Marktes. Auf dem weltweit größten Markt USA wurden im vergangenen Jahr inzwischen 58 Prozent des Umsatzes digital erwirtschaftet, in Schweden und Norwegen waren es 59 bzw. 57 Prozent. In Indien fielen 60 Prozent der Umsätze im Digitalgeschäft an, in China waren es sogar 82 Prozent. (vbr)