Facebook Home als Einfallstor für neue Märkte
Das neue App- und Launcher-Bündel zielt nicht nur auf die Nutzer in westlichen Ländern ab. Es soll das soziale Netzwerk für kommende Smartphone-Nutzer in der Dritten Welt zum Türöffner ins Internet überhaupt machen, glauben Beobachter.
Der ganz große Streich war es nicht, den Facebook am 4. April verkündete. Kein eigenes Smartphones – aber App-Bündel namens Facebook Home, mit das Netzwerk Android-Displays kapern will. Home legt gewissermaßen eine eigene Schicht über die herkömmliche Startseite mit App-Symbolen: Auf der laufen dann permanent die neuesten Mitteilungen der Facebook-Freunde ein. Eingefleischte Smartphone-Nutzer beeindruckt dies nur mäßig. Doch um die geht es aber auch nur teilweise: Home soll nämlich helfen, neue Nutzer vor allem in Entwicklungsländern zu ködern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe in einer aktuellen Analyse.
Einen Hinweis darauf gab Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei der Präsentation von Home. "Nur ein Drittel der Weltbevölkerung ist heute im Internet. Wir sind eigentlich eher am Anfang als am Ende der Entwicklung", sagte Zuckerberg. Die werde eine Generation hervorbringen, die über so viele digitale Mittel verfüge wie kaum eine zuvor. Und das wohl am liebsten mit Hilfe von Facebook.
In einigen Ländern der Dritten Welt hat die Popularität des Netzwerks zuletzt enorm zugenommen. In Indonesien etwa tummeln sich 80 Prozent aller Internet-Nutzer auch auf Facebook. Das ist der höchste Anteil überhaupt in Entwicklungsländern.
Andererseits nutzen dort bislang nur wenige Menschen Smartphones. Wenn sie vom klassischen Handy auf das neue Geräte umsteigen, soll Facebook Home ihnen gleich eine vertraute, mobile Heimat bieten.
Die Yankee Group, ein Marktforschungsunternehmen aus Boston, hat das Potenzial bereits abgeschätzt: Die Anzahl der Smartphones werde sich von 1,5 Milliarden in diesem Jahr auf drei Milliarden im Jahr 2017 verdoppeln, prognostizieren die Analysten. Der Löwenanteil der Neunutzer wird dabei in der Dritten Welt liegen, und die meisten von ihnen werden günstige Android-Geräte nutzen. Das Apple-Ökosystem spielt dort keine Rolle, auch weil seine Nutzung zu teuer ist.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)