Online-Händler glauben nicht an Konsolidierung
Experten prognostizieren eine starke Markt-Konsolidierung im E-Commerce. Der Handel selbst glaubt aber nicht daran.
Auf der "Internet World" prognostizierten diverse E-Commerce-Experten noch für dieses Jahr eine starke Konsolidierung des Online-Handels. Die Mehrheit der Marktteilnehmer sieht das aber anders: 54,4 Prozent der Shopbetreiber glauben vielmehr, dass sich an ihrem Wettbewerbsumfeld kaum etwas ändern wird. 37,8 Prozent erwarten sogar, dass 2013 noch weitere Konkurrenten hinzukommen werden. Nur 7,8 Prozent gehen tatsächlich davon aus, dass sich das Wettbewerbsumfeld in diesem Jahr stark bereinigen wird, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Become Europe GmbH. Befragt wurden mehr als 1.000 Online-Anbieter.
Sollte es zur Konsolidierung kommen, sind die meisten der Befragten sicher, zu den Gewinnern zu gehören. 82,2 Prozent der Online-Händler haben keine Zweifel daran, dem Wettbewerbsdruck hervorragend gewachsen zu sein. Und sie haben klare Vorstellungen davon, wie sie der Herausforderung des Marktes in Zukunft begegnen wollen: 67,8 Prozent der Befragten konzentrieren sich dabei vor allem auf die Optimierung ihres Kerngeschäfts, nur 32,2 Prozent möchten wachsen in dem sie neue Geschäftsfelder erschließen.
Wichtiger ist der Mehrheit die Optimierung und der Ausbau der aktuellen Basis. So planen 80 Prozent eine Erweiterung des Sortiments. 62,2 Prozent möchten den Kundenservice verbessern, 41,1 Prozent ihren Kunden zusätzliche Zahlungsmöglichkeiten anbieten. 32,2 Prozent denken über den Einsatz neuer Technologien, wie z.B. Rich Media, nach.
Wie die Umfrage weiter ergab, nutzen acht von zehn Online-Händlern bereits Google Shopping als Kundengewinnungsinstrument. Allerdings wurde das früher kostenlose Tool Anfang dieses Jahres kostenpflichtig, was seitens der Händler eine strategische Entscheidung erforderte. Der Trend ist klar: Google Shopping sehen die meisten der Befragten als unverzichtbar an. 65,1 Prozent werden ihr Marketing-Budget umverteilen, um Google Shopping weiterhin nutzen zu können. Das geht dann also zu Lasten anderer Werbeformen. Bei 33,7 Prozent wird das Budget nicht umgeschichtet, sondern erhöht. Nur 10,5 Prozent wollen künftig auf Google Shopping verzichten.
Bei der Frage, wie die Händler auf die erhöhten Ansprüche an den Produktdatenfeed bei Google Shopping reagieren werden, zeigt sich ein differenziertes Bild: 46,5 Prozent wollen künftig mehr Geld für die Feed-Optimierung ausgeben, 53,3 Prozent planen das nicht. (map)