Indische Wipro übernimmt Berliner Mobilfunkentwickler von Nokia Siemens

Die 58 betroffenen Mitarbeiter wechseln zu dem Outsourcing-Spezialisten, sollen jedoch langfristig weiter in Berlin arbeiten können. Derweil konnte Nokia Siemens Networks einen größeren Infrastrukturauftrag aus Indien erlangen.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Nokia Siemens Networks (NSN) gibt sämtliche bislang in Berlin ausgeführten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich Radio Access an den in Indien beheimateten Outsourcing-Spezialisten und IT-Dienstleister Wipro Technologies ab. Die Unternehmen vereinbarten, dass 58 bisherige NSN-Mitarbeiter zu Angestellten von Wipro werden sollen. Nokia Siemens Networks teilte heute mit, Beratungen mit den entsprechenden Arbeitnehmervertretungen über die vertraglichen Bedingungen gemäß dem deutschen Arbeitsrecht aufgenommen zu haben. Die betroffenen Mitarbeiter sollen aber "langfristig" ihre angestammen Arbeitsplätze am Berliner Nonnendamm beziehungsweise am Siemensdamm behalten, erklärte ein NSN-Sprecher gegenüber heise online.

Erst am 1. Oktober hatte NSN angekündigt, bis zu 235 Mitarbeiter aus München und Berlin zu IBM schicken zu wollen. Am vergangenen Sonntag wurde berichtet, NSN würde über die bereits erfolgte Streichung von 2290 Jobs in Deutschland hinaus einen weiteren Stellenabbau vorbereiten.

Der an der New Yorker Börse notierte Mutterkonzern Wipro Limited erzielte im ersten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Wipro Technologies ist weltweit aktiv und plant unter anderem ein Entwicklungszentrum in den USA. Mit dem Einstieg in Berlin will Wipro sein Marktpotenzial im 3G-Mobilfunk stärken und sein Angebot in den Bereichen Wireless-Network-Access, Core-Network und Service-Infrastruktur ausbauen.

Derweil kann sich NSN über Aufträge aus der Wachstumsregion Indien freuen. Heute teilte das Unternehmen außerdem mit, dass Indiens größter Telecom-Anbieter Bharat Sanchar Nigam Limited (BSNL) bei dem finnisch-deutschen Konzern Festnetz-Infrastruktur zur Breitbandversorgung von rund 7000 Dörfern geordert hat. Anschlüsse auf Basis von ADSL 2+ sollen bis zu 24 MBit/s liefern und unter anderem IPTV außerhalb von Ballungszentren ermöglichen. Finanzielle Details des Auftrages wurden nicht bekannt. (ssu)