AVI-Videobearbeitung VirtualDub verbessert Audiofunktionen

Avery Lee hat die experimentelle Version 1.8.0 seiner beliebten AVI-Videobearbeitung für Windows veröffentlicht. So soll sie endlich mit MP3-Tonspuren umgehen können, die varible Bitrate nutzen; Videofilter arbeiten nun direkt in YCbCr-Farbräumen.

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Jahrelang haben die Nutzer es gefordert, nun hat VirtualDub-Programmierer Avery Lee sie erhört. Im Zuge einer Renovierung der Audiounterstützung hat Lee der experimentellen Version 1.8.0 den Umgang mit MP3-Tonspuren beigebracht, die in variabler Bitrate kodiert sind. Die – inzwischen veralteten – VirtualDub-Abkömmlinge Nandub und VirtualDubMod beherrschten VBR-MP3 seit Jahren. Die Warnung beim Laden von AVIs mit VBR-MP3 poppt indes auch weiterhin auf, weil VirtualDub gerne zur Schnellprüfung bei Abspielproblemen mit ebensolchen Dateien auf DivX-DVD-Playern genutzt würde, meint Lee. Außerdem verfügt VirtualDub 1.8.0 über integrierte Audiodecoder für µ-law, A-law, MP2 und MP3. Bei Dateien mit mehreren Audiodateien lässt sich nun die zu bearbeitende Tonspur auswählen.

Auch den Videofilterunterbau hat der Programmierer runderneuert – mit dem Nebeneffekt, dass Videofilter, die GDI zum Rendern von Videobildern benutzen, nun langsamer laufen. Die meisten anderen sollen hingegen deutlich schneller arbeiten. Darüber hinaus können die Filter nun die Bildwiederholrate ändern, zum Demonstrieren dieser Fähigkeit hat Avery Lee den "Bob Doubler" eingebaut. Einzelne Funktionen können nun temporär mit einem Mausklick aus der Filterkette entfernt werden.

Für viele eine der wichtigsten Änderungen dürfte die Unterstützug von YCbCr-Farbräumen bei der Verwendung von Videofiltern sein; zuvor arbeiteten sie alle nur in RGB, was unnötige Farbraumkonvertierungen nach sich zog. Bestehende Filter werden über eine implizite Konvertierung unterstützt, neue könnten alle zur Verfügung stehenden Farbunterabtastungen (YV24, YV16, YV12, 4:1:1, YVU9) nutzen; erzwingen lässt sich eine YCbCr-Konvertierung mit dem "convert format"-Filter. Programmierer können ihren Videofiltern mittels des VirtualDub Plugin SDK 0.7 anpassen.

AVIs lassen sich nun auch in YCbCr beschneiden, wobei VirtualDub per Voreinstellung, wenn nötig, in einen Farbraum mit höherer Chroma-Auflösung konvertiert – etwa von 4 : 2 : 0 nach 4 : 4 : 4, beim Versuch auf ungerade Zeilenzahl zu beschneiden. Alternativ kann man VirtualDub anweisen, nur die ohne Farbraumanpassung möglichen Schnittgrenzen zuzulassen. Auch der Capture-Modus zur Videoaufzeichnung von externen Geräten unterstützt YCbCr, sodass das Material ohne Farbraumkonvertierung an einen Codec verfüttert werden kann. (vza)