Kabel Deutschland trotz Zinsbelastung auf Kurs

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber wächst operativ vor allem dank digitaler Internet- und Telefondienste, bleibt wegen steigenden Zinsbelastungen aber in der Verlustzone.

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Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber schreibt unter dem Strich rote Zahlen, sieht sich aber dennoch auf dem Weg zu einem "Rekordjahr". Im dritten Quartal (Oktober bis Dezember) des Geschäftsjahres 2007/2008 wuchs der Umsatz von Kabel Deutschland (KDG) im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent auf 301,3 Millionen Euro. Operativ ist der Kabelanbieter im grünen Bereich und konnte das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sowie Sondereffekten (EBITDA) ebenfalls um 10 Prozent auf 115,4 Millionen Euro steigern. Höhere Zinsbelastungen aus Investitionen drücken das Nettoergebnis ins Minus, hier weist der Netzbetreiber einen Verlust von 26,8 Millionen Euro aus.

Das belastet auch das Neunmonatsergebnis. Bei einem Umsatz von 885 Millionen Euro steht für die Monate April bis Dezember 2007 unter dem Strich ein Verlust von 27,9 Millionen Euro. Das EBITDA für die Periode gibt KDG mit 333,7 Millionen Euro an, was einer Steigerung von rund 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Unternehmen erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 2007/2008 ein EBITDA zwischen 440 und 445 Millionen Euro.

Zwar verliert KDG Anschlusskunden, die Zahl der analogen AnschlĂĽsse ging im Jahresvergleich zum 31. Dezember um knapp 5 Prozent auf 9,02 Millionen zurĂĽck, doch stieg die Anzahl der Abonnements (Revenue Generating Units, RGUs) im gleichen Zeitraum leicht um 0,7 Prozent auf 10,5 Millionen.

Zulegen konnte KDG vor allem bei den Digitalangeboten, die auch für einen Anstieg des durchschnittlichen Umsatzes pro Kunde von 8,39 auf 9,62 Euro sorgten. Die Zahl der Digitalanschlüsse sowie der Abonnements für Internet- und Telefondienste hat sich im Jahresvergleich jeweils mehr als verdoppelt. Zum Jahresende 2007 nutzten 747.300 Kunden den digitalen TV-Anschluss, 320.000 bezogen Internet über Kabel und 285.000 Telefondienste. Hier erwartet KDG weiter signifikantes Wachstum. Derzeit können nach Unternehmensangaben rund 6,6 Millionen Haushalte mit Internet und Telefon versorgt werden. (vbr)