Gentech-Bakterien als Treibstofflieferanten
Auf der Suche nach besseren Biotreibstoffen, mit denen sowohl Benzinverbrauch und als auch CO 2-Ausstoß reduziert werden sollen, setzen Forscher zunehmend auf gentechnisch veränderte Mikroorganismen.
Auf der Suche nach besseren Biotreibstoffen, mit denen sowohl Benzinverbrauch als auch CO2-Ausstoß reduziert werden sollen, setzen Forscher zunehmend auf gentechnisch veränderte Mikroorganismen. So haben Wissenschaftler an der Texas A&M University jetzt die Fähigkeit von Bakterien gesteigert, aus Zucker Wasserstoff zu produzieren. Thomas Wood und Kollegen präsentieren ihre Arbeit in einem Artikel für die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift Microbial Biotechnology
Gleich mehrere Forschergruppen haben zudem Mikroorganismen geschaffen, die Zucker aus verschiedenen Ausgangsprodukten zu Butanol umbauen können. Dabei wurde bislang zumeist auf das Bakterium Clostridium acetobutylicum gesetzt, das bereits in der Natur 1-Butanol produziert. "Clostridien sind aber nur schwer zu handhaben. Sie wachsen langsam, sind anspruchsvoll und lassen sich nicht gerade leicht genetisch manipulieren", sagt James Liao, Chemieingenieur an der University of California in Los Angeles.
Ethanol ist derzeit vor allem auf dem US-Markt nicht zu schlagen, doch die Branche schaut sich zunehmend nach Alternativen wie Butanol um. Weil Butanol eine höhere Energiedichte aufweist, ist der Verbrauch des Brennstoffes im Fahrzeug niedriger. Im Gegensatz zu Ethanol vermischt sich die Flüssigkeit außerdem nicht so leicht mit Wasser und kann daher problemlos über die bestehende Leitungsinfrastruktur für Benzin verteilt werden kann.
Liao und seine Kollegen modifizierten nun E. coli so, dass das Bakterium aus so genannten Ketosäuren Butanol produziert. Dazu ergänzten die Forscher zwei verschiedene nicht natürlich vorkommende Gene bei E. coli. Das erste stammt aus einem Mikroorganismus, der normalerweise in der Käseproduktion verwendet wird. Er sorgt für die Bildung eines Enzyms, das aus Ketosäuren Aldehyde macht. Gen Nummer zwei stammt aus der Hefe und schafft Enzyme, die Aldehyde wiederum in Butanol umwandeln können. Gevo, ein Biotreibstoff-Start-up aus dem kalifornischen Pasadena, hat die exklusiven Lizenzrechte zur Kommerzialisierung dieser Technologie erworben.
Siehe dazu in Technology Review online:
(wst)