Gestreckte Halbleiter

US-Forscher arbeiten an einer Methode, mit der sich Silizium bis auf das Tausendfache dehnen lässt.

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Ein neues Siliziumdesign macht es möglich, Schaltkreise mechanisch so zu dehnen, dass sie große Flächen abdecken können. Diese Chips, die gestreckt tausendmal größer sein können als in ihrer Ausgangsform, wären für Solarpanels und Sensorennetzwerke, aber auch für Flachbildschirme geeignet, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Das Projekt, das an der Stanford University entstand, setzt auf frei beweglichen "Halbleiter-Inseln", die von Spulen aus Siliziumdraht umgeben sind. Jede einzelne Insel kann so gestaltet werden, dass sie Transistoren, Sensoren oder das Material für kleine Solarzellen enthält. Zieht man die Halbleiterschicht dann an den Ecken auseinander, wickeln sich die Spulen um die Inseln einfach ab. Die zuvor nebeneinanderliegenden Einzelbausteine werden auseinander gezogen, ohne dass die bestehenden Verbindungen abbrechen. Das Endergebnis ist ein netzähnliches Muster aus Halbleiterkomponenten. Durch die breite Flächenabdeckung ist die Technologie überall dort interessant, wo Halbleiter sich über große Bereiche erstrecken müssen.

Demonstriert wurde die Idee bereits mit einer 50-fachen Vergrößerung der Ursprungsform. Projektleiter Peter Peumans, Professor für Elektrotechnik in Stanford, sagt aber, dass sich die Halbleiter mit der Methode später auf das Tausendfache oder gar Zehntausendfache ihrer Fläche ausdehnen lassen werden, sobald entsprechende automatisierte Produktionsprozesse bereitstehen. Der Forscher will nun beweisen, dass die Spulen um die Silizium-Inseln stabil genug sind und nicht brechen, wenn sie derart extrem abgewickelt werden. Im nächsten Schritt soll dann eine funktionsfähige Komponente aus dem Material geschaffen werden. Ein Prototyp für ein Solarpanel existiert bereits.

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(bsc)