Welche Faktoren über Ihr Gehalt entscheiden

Bei der Frage, wie viel Geld Ihr Arbeitgeber für Sie zu bezahlen bereit ist, spielt nicht nur Ihr Know-how eine Rolle. Es gibt leider auch viele andere Faktoren, auf die Sie gar keinen Einfluss haben.

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Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Marzena Sicking

Wer schnell Karriere machen und vor allem viel Geld verdienen will, der darf sich nicht nur auf die eigenen Fähigkeiten verlassen. Denn selbst wenn er oder sie eine echte Leuchte in seinem Fach ist: Für die Höhe des Gehalts spielen leider noch ganz andere Faktoren eine entscheidende Rolle, wie eine Untersuchung von Gehalt.de zeigt.

1. Trendjobs

Die gute Nachricht zuerst: Mit Ihrer Berufswahl im IT-Umfeld sind Sie schon mal auf einem guten Weg. Denn Berufe, die derzeit als zukunftsweisend gelten, locken auch mit einem attraktiven Gehalt. Wer irgendwas mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und/oder Technik gelernt hat, muss sich vor bevorstehender Armut in der Regel nicht fürchten. So kann ein Ingenieur derzeit mit durchschnittlich 58.180 Euro rechnen, ein Programmierer mit 52.438 Euro. Noch mehr dürfen derzeit Experten im Bereich der Systemelektronik, Industriemechanik und Mechatronik fordern. Aber Vorsicht: Nicht jeder Job, der stark nachgefragt wird, ist auch gut bezahlt. So werden immer Mitarbeiter für Callcenter gesucht. Sie bekommen aber nur etwa 24.480 Euro pro Jahr.

2. Große Unternehmen

Wenn Sie es sich aussuchen können: Nehmen Sie lieber den Job beim größeren Unternehmen an. Das gilt vor allem, wenn Sie Projektverantwortung haben. Denn die großen Projekte landen in der Regel eben vor allem bei großen Firmen und dann fließt dort auch entsprechend mehr Geld. Und genau deshalb sind diese Firmen auch in der Lage, ihren Mitarbeitern deutlich höhere Gehälter zu bezahlen. Ausnahmen: Kleine Firmen, die sich auf Nischen spezialisiert haben und über spezielles Wissen und gute Kontakte verfügen. Wer unentbehrlich ist, muss nicht groß sein.

3. Reiche Regionen

Das meiste Geld gibt es in München. Egal welcher Job, im Durchschnitt gibt es hier 17 Prozent mehr Geld. Blöderweise sind aber die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu weniger attraktiven Gegenden ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Damit der Standortvorteil im Geldbeutel nicht zum Minus wird, sollte man sich also einen Job in der Metropole suchen, aber lieber in einem langweiligen Örtchen außerhalb der Großstadt wohnen.

4. Ausbildung

Abitur und Studium lohnen sich auf jeden Fall. Wer einen Uniabschluss vorweisen kann, verdient meist etwa 20.000 Euro mehr, als diejenigen, die nur über einen schulischen Abschluss oder eine Ausbildung verfügen. Bachelor oder ein FH-Diplom bringen allerdings nur 12 Prozent mehr. Wer richtig abkassieren will, muss schon einen Master oder ein Uni-Diplom vorweisen können.

5. Erfahrung

Erfahrung zahlt sich tatsächlich aus und zwar in barer Münze. Allerdings nur, wenn sie regelmäßig mit dem nächsten Karriereschritt belohnt wird. Sonst nehmen zwar Alter und das Wissen zu, aber nicht das Gehaltniveau. Automatische Gehaltserhöhungen, die an das Alter oder die Betriebszugehörigkeit gekoppelt sind, sind eher die Ausnahme. Übrigens: Die erste Gehaltsverhandlung beim Einstieg ins Unternehmen ist immer die wichtigste. Denn Gehaltszuwächse werden auf ihrer Basis entschieden. Also niemals mit einem geringen Einstiegsgehalt zufrieden geben und dann auf den großen Sprung hoffen. (gs)