Nach tiefroten Zahlen hofft Palm auf den Pre

Erneut brach der Umsatz bei dem Smartphone-Spezialisten stark ein, Palm rutschte noch tiefer in die roten Zahlen. Das Ergebnis war aber nicht ganz so schlecht wie befĂĽrchtet, und der neue Pre soll alles zum Besseren wenden.

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  • dpa

Der Smartphone-Spezialist Palm ist nach einem erneut heftigen Umsatzeinbruch nochmals tiefer in die roten Zahlen gestürzt. Alle Hoffnungen des US-Herstellers richten sich nun auf das gerade in den USA neu gestartete Modell Palm Pre, das als ein starker Herausforderer des Apple-Erfolgshandys iPhone gilt. Die jüngsten Quartalszahlen fielen aber immerhin weit weniger schlecht aus als von Experten befürchtet. So schoss die Palm-Aktie nachbörslich um über zwölf Prozent in die Höhe. Seit Jahresbeginn hat sich ihr Wert bereits mehr als vervierfacht.

Der Nettoverlust von Palm im Ende Mai abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal betrug 105 Millionen US-Dollar nach einem Verlust von 43 Millionen Dollar im gleichen Quartal des vorigen Geschäftsjahrs. Der Umsatz stürzte um 70 Prozent auf 87 Millionen Dollar ab. Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 fuhr Palm einen Verlust von 753 Millionen Dollar ein. Ein Jahr zuvor war bereits ein Minus von 111 Millionen Dollar angefallen. Der Umsatz brach um fast 45 Prozent auf 736 Millionen Dollar ein.

Der Start des Palm Pre sei ein bedeutender Meilenstein für den Wandel des Konzerns, sagte der neue Chef Jon Rubinstein. "Wir sind nun wieder offiziell im Rennen." Die Nachfrage nach dem neuen Modell sei stark und steige. Verkaufszahlen nannte Rubinstein allerdings nicht. Analysten schätzen den Absatz des Pre, der erst nach dem vergangenen Geschäftsquartal auf den Markt kam, bisher auf rund 150.000 Stück. Apple verkaufte dagegen gerade von der neuesten iPhone-Generation allein am Startwochenende mehr als eine Million Geräte.

Palm, einst mit seinen PDAs ein Pionier bei Mobilgeräten, war in den vergangenen Jahren bei Hightech-Telefonen eher erfolglos und verlor massiv Marktanteile. Im vergangenen Quartal verkaufte Palm insgesamt 460.000 Geräte und damit nicht einmal halb so viel wie noch ein Jahr zuvor. Wann Palm wieder in die Gewinnzone zurückkehrt, wollte Rubinstein nicht prognostizieren. Vorerst sind seinen Andeutungen zufolge keine schwarzen Zahlen zu erwarten. Rubinstein, der einst zu den Erfindern des Apple-Musikplayers iPod gehörte, war vor zwei Jahren zu Palm gewechselt und übernahm erst Mitte des Monats den Chefsessel.

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(dpa) / (jk)