BBC streicht 2500 Stellen

Die Londoner Fernsehzentrale der britischen Rundfunkanstalt soll ebenfalls verkauft werden. Statt eines "mittelmäßigen Outputs" sollten weniger Sendungen mit mehr Qualität ausgestrahlt werden, sagte der Sender-Chef.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Angesichts einer Milliarden-HaushaltslĂĽcke will die britische Rundfunkanstalt BBC 2500 Stellen streichen und ihre Londoner Fernsehzentrale verkaufen. Vor einigen Tagen war noch von bis zu 2.800 Stellen die Rede, die gestrichen werden sollten.

Er wolle eine "kleinere, schlagkräftigere BBC", sagte BBC-Generaldirektor Mark Thompson laut einem dpa-Bericht. Da zugleich neue Arbeitsplätze geschaffen würden, gingen unterm Strich rund 1800 Stellen verloren. Kommentatoren sprachen von einem "schwarzen Tag" für die BBC. Die Gewerkschaften drohten mit massiven Streikaktionen.

Wegen erheblicher Gebührenausfälle war das Budgetloch der BBC auf zwei Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) angewachsen. Bis 2012 sollen die jährlichen Rundfunkbeiträge in Großbritannien auf 151,50 Pfund (219 Euro) klettern, eine Steigerung gegenüber 2007 um knapp 12 Prozent. Das Jahresbudget der BBC beläuft sich derzeit auf mehr als drei Milliarden Pfund (4,3 Milliarden Euro). Seit 2005 waren bei der BBC bereits knapp 3.800 Stellen weggefallen. Die British Broadcasting Corporation (BBC) ist weltweit die größte öffentlich-rechtliche Sendeanstalt und beschäftigt derzeit mehr als 23.000 Mitarbeiter rund um den Globus.

Die Stellen sollen in den nächsten sechs Jahren abgebaut werden. Rund 400 Jobs sollen in den BBC-Nachrichtenabteilungen wegfallen, weitere 600 in den Bereichen Dokumentation und 500 in den Regionen. Insgesamt ist das Fernsehen den Angaben zufolge stärker betroffen als das Radio. In der Vergangenheit war bei der BBC bereits mehrfach radikal der Rotstift angelegt worden.

"Es geht um unsere Zukunft und darum, fantastische Chancen zu ergreifen", sagte Thompson laut dpa. Statt eines "mittelmäßigen Outputs" sollten weniger Sendungen mit mehr Qualität ausgestrahlt werden. In die Programme nach 22.30 Uhr werde weniger investiert, kündigte der Generaldirektor an. Stattdessen sollten mehr "wegweisende" Fernsehsendungen wie "Planet Earth" produziert werden. Mit neuen Initiativen wolle die BBC mehr Kinder und Jugendliche erreichen, sagte Thompson weiter. Unter anderem ist ein "Integrierter Multimedia-Newsroom" mit Fernsehen, Radio und Online-Redaktion geplant. Neue Jobs sollen im interaktiven Bereich entstehen. "Das bedeutet aber nicht, dass wir unser Engagement für unsere Hauptzielgruppe verringern", betonte Thompson. (jk)