Beamer im Handy
Ein Berliner Konsortium arbeitet an grünen Lasern für Projektoren, die direkt in Mobiltelefone eingebaut werden können.
Die aktuelle Projektortechnik basiert noch überwiegend auf LEDs. Obwohl sie eine stromsparende Alternative zu älteren Systemen darstellen, haben diese Projektoren den Nachteil, dass sie nicht sehr helle Bilder erzeugen. Eine von einem Berliner Konsortium unter der Leitung der Firma Eagleyard Photonics entwickelte Technologie soll nun den Einsatz von deutlich hellerem Laserlicht im Bereich mobiler Mikroprojektoren vorantreiben, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Die Firma verfügt über den Prototyp eines grünen Lasers, der mit einer optischen Ausgangsleistung von 20 mW gut für mobile Projektoranwendungen geeignet wäre. Ein Handy könnte dann dazu benutzt werden, Bilder auf eine beliebige weiße Projektionsfläche zu werfen. Profitieren könnten davon zunächst vor allem Geschäftsreisende, indem der deutlich schwerere Laptop im Gepäck überflüssig würde. Parallel dazu arbeitet in den USA auch das Unternehmen Corning an der Entwicklung grüner Laserdioden.
Während rote und blaue Laserdioden bereits auf dem Markt verfügbar sind und auch von ihrer Größe her keine Schwierigkeiten im Hinblick auf ihren Einsatz in sehr kleinen Projektoren bereiten, ist dies bisher bei grünen Lasern nicht der Fall gewesen. "Eine direkt grün emittierende Laserdiode ist derzeit auf dem deutschen Markt einmalig", sagt Jörg Muchametow, Geschäftsführer von Eagleyard Photonics.
Den Hauptanteil an der neuen Entwicklung hat das Berliner Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) mit seinem "Distributed-Bragg-Reflector Master Oszillator Power Amplifier" (DBR-MOPA). "Dieser grüne Laser zeichnet sich nicht nur durch eine präzise Wellenlänge, eine direkte Modulierbarkeit und kleine Abmessungen aus, sondern auch dadurch, dass er über einen geringen Energieverbrauch und eine hohe Lebensdauer verfügt", sagt Professor Götz Erbert, Abteilungsleiter Optoelektronik am FBH.
Derzeit arbeiten die Forscher noch an der Vervollständigung der notwendigen Technik. Zudem müssten die vom Institut entwickelten Chips in entsprechend hoher Stückzahl und zu einem dementsprechend niedrigen Preis produzierbar sein. "Das mit dem Mini-Beamer ausgestattete Endgerät in der Größe eines derzeit marktgängigen Handys soll in eine kleine Kiste passen, hinreichend stabil sein und darf sich nicht zu stark erhitzen. Hier sind noch Probleme zu lösen", erläutert Erbert.
Was die Markteinführung anbetrifft, zeigt sich der Konsortiumsteilnehmer Eagleyard Photonics dennoch optimistisch: "Wir rechnen für Ende 2009 mit einer Markteinführung von Handys mit einem entsprechend konzipierten Mikroprojektor", sagt Geschäftsführer Muchametow. Die Kosten der Geräte sollen sich anfangs allerdings noch zwischen 500 und 1000 Euro bewegen.
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(bsc)