Recycling für Seltene Erden

Neodym, Lanthan oder Europium werden bislang nicht wiederverwertet. Das soll sich ändern.

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Auf dem Müll landen derzeit häufig selbst edle Substanzen wie Platin, Gold oder Silber. Sie sind in vielen Geräten schlicht in zu kleinen Mengen vorhanden, als dass sich die Aufreinigung lohnt. Das galt lange auch für die seltenen Erden – 17 Elemente von Lanthan für Batterien über Europium für Leuchtstoffröhren bis hin zu Neodym für Magnete in Motoren von Windrädern und auf Festplatten, berichtet Technology Review in einem Report zum Recycling der High-Tech-Metalle in seiner Online-Ausgabe.

Als China, mit weltweit über 97 Prozent größter Produzent von seltenen Erden, 2010 einen Exportstopp für die begehrten Elemente verhängte, rüttelte die resultierende Preisexplosion Industrie und Abfallbranche wach. Nun schmieden große Konzerne mit Universitätsforschern Kooperationsprojekte zur Entwicklung von neuen Recyclingverfahren. Das französische Unternehmen Rhodia hat vor kurzem sogar die weltweit erste Fabrik in La Rochelle in Dienst gestellt, die seltene Erden im großen Stil wiederverwertet.

Das ist auch dringend nötig, denn der Hunger nach den besonderen Elementen ist groß. Der Verbrauch, der sich 2008 weltweit auf rund 124.000 Tonnen belief, wächst drastisch weiter – 2011 schätzte ihn das australische Bergbauunternehmen Lynas Corporation auf 136.100 Tonnen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover etwa erstellte nach dem chinesischen Exportstopp eine alarmierende Prognose: Selbst wenn sich noch nicht erschlossene Rohstoffkapazitäten mobilisieren ließen, würden die Vorräte an Neodym und an- deren seltenen Erden noch vor 2030 zur Neige gehen. Bisher landeten die seltenen Erden schlicht in der Schlacke der Hochöfen, um als Baustoff für Fundamente und Straßen zu dienen, und waren so endgültig dem Wirtschaftskreislauf entzogen.

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(bsc)