Wendepunkt: Bei den Speicherpreisen deutet sich ein Abschwung an

Ähnlich wie im letzten Jahr halten die HEKs für Speichermodule bis Juni ein stabiles Niveau. Zum Ferienbeginn droht der Einbruch – und der könnte dieses Jahr noch drastischer ausfallen.

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Von
  • Karl Fröhlich

Gänzlich ist der Aufwärtstrend noch nicht gestoppt. Die Speicherpreise kennen aber nicht mehr nur den Weg nach oben. Seit Mitte April sind die HEKs für DDR3-Module relativ stabil. Lediglich 4-GByte-Kits mit den Taktraten 1333 und 1600 MHz verteuern sich um rund zehn Prozent. Die Preise einzelner DDR3-1333-Module mit 4 GByte sinken zum Teil um zirka 6 Prozent.

SpĂĽrbar nach unten geht es derzeit bei DDR2-Speicher. DDR2-667-Bausteine verlieren gegenĂĽber der KW 17 zwischen 7 und 11 Prozent an Wert. Die HEKs von DDR2-800-Modulen sinken sogar um 9 bis 15 Prozent.

Im 5-Wochen-RĂĽckblick fallen die HEKs fĂĽr DDR2-800-Speicher um bis zu 15 Prozent. DDR3-Module bewegen sich dagegen kaum.

Im Vergleich zum Jahresanfang bewegen sich alle Markenspeicherpreise noch auf einem hohen Niveau. Speziell Mainstream-Memory kaufen Fachhändler in der KW 22 immer noch deutlich teurer ein als im Januar. Kostete damals ein DDR2-1333-Modul mit 2 GByte noch unter 10 Euro, müssen Reseller dafür heute fast 50 Prozent mehr ausgeben. Der HEK für einen 4-GByte-Baustein der Kategorie DDR3-1600 liegt heute 74 Prozent über dem Januarkurs.

Stabil zeigen sich momentan auch die Endkundenpreise. Der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel liegt laut heise resale Preisradar in der KW 22 bei 57,85 Euro (brutto). Gegenüber der Vorwoche bewegte sich der Preis demnach lediglich um 1,1 Prozent nach unten und liegt damit auf dem Niveau von Mitte April. Im Top-20-Ranking rangieren 14 Kits mit 8 GByte, vier mit 16 GByte und zwei mit 4 GByte. Am meisten gesucht sind die 8-GByte-Kits Corsair Vengeance Low Profile schwarz (57,37 Euro), G.Skill PC3-10667U (51,69 Euro) sowie Crucials Ballistix Sport (48,71 Euro) und Kingstons Hyper X XMP (48,99 Euro). Die Preisentwicklung im heise resale Preisradar zeigt zuletzt zwar eine deutliche Spitze nach oben, die Tendenz zeigt langfristig jedoch abwärts.

Der durchschnittliche Angebotspreis im Onlinehandel hält zuletzt ein stabiles Niveau – allenfalls zeichnet sich eine moderat sinkende Tendenz ab.

"Nach meinem Eindruck befinden sich die Märkte für DRAM- und für NAND-Flash-Chips in einem Quasi-Äquilibrium", meint George Linardatos, Geschäftsführer bei Transcend. "Sofern die Nachfrage nach diesen Chips nicht unvorhergesehen einbricht, ist weiterhin von relativ stabilen Preisverhältnissen auszugehen. Bei TLC- und MLC-NAND-Flash kann es durchaus zu Allokationssituationen kommen, falls nämlich die verfügbaren Chips der großen Hersteller nicht ausreichen, um die nachgefragten Mengen der Fertigprodukt-Hersteller zu bedienen."

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Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:

ALSO GmbH
b.com GmbH
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH

Im Moment ähnelt die Situation der Entwicklung im vergangenen Jahr. Damals konnten sich die Preise noch über den Juni hinweg retten, brachen dann aber ein. Anfang Juni hieß es noch, die DDR3-Preise bleiben im Aufwind, vier Wochen später mussten die Kurse zum Ferienanfang nachgeben. Die mehr oder weniger offizielle Einschätzung auf Anbieterseite ist, dass die Preise stabil bleiben werden. Allerdings dürfte dabei die Hoffnung Mutter des Gedankens sein. Denn die Aussicht auf sinkende Preise würde der aktuellen Nachfrage einen Dämpfer verpassen.

"Wir gehen von einem ganz massiven Preiseinbruch aus", erklärt ein Fachhändler aus dem Raum Augsburg gegenüber heise resale, der aber nicht namentlich genannt werden möchte. "Nach dem anhaltend miesen Wetter, wird es in den Ferien auch den letzten Stubenhocker aus dem Haus bzw. aus dem Land treiben. Außer Speicherkarten für digitale Kameras werden wir im Sommer wohl nicht viel verkaufen", lautet sein wenig optimistisches Fazit. Ein Szenario, das nicht so ganz von der Hand zu weisen ist. (map)