Schweizer Cablecom sucht neuen Chef - und baut 10 Prozent der Stellen ab
Rudolf Fischer, Managing Director des größten Schweizer Kabelnetzbetreibers, tritt nach 7 Jahren an der Spitze zurück. Im Zuge einer "Verschlankung der Organisation" des Unternehmens werden bis zu 150 betriebsbedingte Kündigungen "in Erwägung gezogen".
Die Schweizer Cablecom, eigenen Angaben zufolge größter Kabelnetzbetreiber in der Alpenrepublik, muss sich einen neuen Chef suchen. Wie das Tochterunternehmen von Liberty Global am heutigen Montag in Zürich mitteilte (PDF-Datei), tritt Managing Director Rudolf Fischer nach sieben Jahren an der Spitze zurück. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll der CEO von UPC Broadband, Gene Musselman, das Unternehmen mit Unterstützung von Fischer vorläufig leiten. Unter UPC Broadband fasst Liberty Global einen Großteil seiner Kabelnetz-Aktivitäten in Europa zusammen.
Cablecom teilte zudem mit, dass im Zuge einer "Verschlankung der Organisation" des Unternehmens bis zu 150 betriebsbedingte Kündigungen "in Erwägung gezogen" würden, was zehn Prozent der rund 1500 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft (Stand: 31. Dezember 2007) entspricht. So will das Unternehmen etwa eine neue Verwaltungssoftware einführen, die eine Zusammenlegung von IT- und Backoffice-Funktionen innerhalb des Konzerns mit entsprechenden Synergieeffekten ermögliche. Der Kundenservice bleibe von den Veränderungen aber weitgehend unberührt, verspricht Cablecom.
Zum 30. September zählte Cablecom mehr als 1,5 Millionen Fernsehkunden, 477.000 Internet- und 308.000 Telefonie-Kunden. Der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr belief sich auf über 1 Milliarde Schweizer Franken. Liberty Global kommt auf rund 16 Millionen Kunden in 15 Ländern. Einen Zusammenhang zwischen den bevorstehenden Kündigungen bei Cablecom und dem Rücktritt Fischers gibt es Konzernangaben zufolge nicht. Liberty Global hätte es vielmehr begrüßt, wenn Fischer weiter im Amt geblieben wäre, erklärte ein Cablecom-Sprecher. (pmz)