Apple sucht Werbetreibende für "iRadio"

Der Musik-Streaming-Dienst, der angeblich im Juni gestartet werden soll, arbeitet reklamefinanziert. Die Vermarktung soll einem Medienbericht zufolge Apples iAd-Team übernehmen, das derzeit App-Werbung verkauft.

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Zu dem für Juni geplanten Start seines geplanten Musik-Streaming-Dienstes sucht Apple derzeit interessierte Werbetreibende. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtet, sollen Verkäufer und Ingenieure des iAd-Teams, das bislang Anzeigen in iOS-Apps vermarktet hat, dazu abgestellt worden sein. Internet-Dienste-Chef Eddy Cue habe eine entsprechende Änderung der Vermarktungsstrategie angeordnet, zudem sei der im letzten Jahr von Adobe zu Apple gestoßene Werbemanager Todd Teresi verantwortlich.

Der gerüchteweise "iRadio" genannte Service soll laut Bloomberg über Audioreklame finanziert werden, ähnlich wie dies bei der Mobil-App des US-Anbieters Pandora der Fall ist. Dessen Aktien gaben am Montag stark nach, nachdem es Berichte gegeben hatte, wonach Apple nun zwei von drei Major-Labels für sein Angebot an Bord hat. Das Unternehmen plane, Markenkunden für "iRadio" anzuziehen. Es soll unter anderem Verhandlungen mit großen Werbeagenturen wie Omnicom gegeben haben. Bloomberg zufolge soll sich das Musikangebot "iRadio" am Nutzergeschmack orientieren und eng in iTunes integriert sein. Es soll so etwa möglich sein, einen gerade gehörten Song gleich zu kaufen.

Apple hatte mit iAd im Mobilbereich Anlaufprobleme: So gab es eine große Fluktuation im Topmanagement des Werbevermarkters. Ein Schalten von Reklame soll bei "iRadio" laut Bloomberg auch auf Basis von Nutzerprofilen möglich sein, etwa anhand bereits erworbener Filme, Songs, Apps und Bücher.

[Update 06.06.13, 12 Uhr 28:] Laut einem Bericht des Fachblatts AdAge plant Apple auch die Anzeige traditioneller iAds neben der Audiowerbung. Wo die konkret platziert werden, bleibt unklar.

Ein Sprecher von Sony gab unterdessen an, dass die Verhandlungen mit Apple weitergingen und man optimistisch sei, eine Einigung zu erzielen. Das Label soll der einzige große Major sein, der derzeit nicht bei "iRadio" mitmacht. (bsc)