Kulturanalyse an Minirobotern
Britische Forscher untersuchen mit Hilfe von Computersystemen die Frage, wie sich kulturelle Systeme evolutionär entwickeln können.
"Träumen Roboter von elektrischen Schafen?", hat der Science-fiction-Schriftsteller Philip K. Dick einst gefragt. Britische Forscher werden der Antwort auf diese und andere Fragen nun möglicherweise bereits in der Gegenwart näher kommen: Alan Winfield von der University of West England in Bristol will mit Hilfe von Roboterschwärmen die Frage untersuchen, wie sich Kultur evolutionär entwickelt.
Das so genannte "Artificial Culture Lab" soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Es gibt eine Menge Theorien über die Entstehung von Kultur", sagt Winfield. "Unglücklicherweise lässt sich keine dieser Theorien experimentell überprüfen. Also versuchen wir, ein Modell dieser Entwicklung zu schaffen."
Winfield und sein Team haben nun ein künstliches Ökosystem geschaffen. Es wird von 60 kleinen Robotern bevölkert, die an fahrende Milchbüchsen erinnern. Diese "e-pucks" siedeln in sechs Gruppen. Sie sollen ähnlich wie Ameisen "Futter" in Form von Energie suchen und zum "Nest" ihrer Gruppe bringen. Gleichzeitig sind die Roboter aber auch in der Lage, Verhaltensweisen von anderen Robotern zu imitieren.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)