Deutsch-Amerikaner rollt US-Biotech-Szene auf

Der Deutsch-Amerikaner Christoph Westphal hat innerhalb von vier Jahren fĂĽnf erfolgreiche Biotech-Firmen gegrĂĽndet. Technology Review portraitiert den Serien-GrĂĽnder in seiner aktuellen Ausgabe.

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Der Deutsch-Amerikaner Christoph Westphal hat innerhalb von vier Jahren fünf Biotech-Firmen gegründet. Und während sonst die große Mehrheit aller Biotech-Gründungen aufgeben muss, sind Westphals Firmen sämtlich noch am Markt. Drei davon – Alnylam, Momenta und zuletzt Sirtris – sind schon an der Börse und haben dort einen Wert von zusammen gut zwei Milliarden Dollar erreicht. Technology Review portraitiert den Serien-Gründer in seiner aktuellen Ausgabe 11/07 (ab dem 25. 10. am Kiosk oder online portokostenfrei zu bestellen).

Westphals Inspirationstrick ist schlichtes Lesen. Jeden Tag geht er die einschlägigen Fachmagazine wie "Cell", "Nature" oder "Science" durch. Und immer wieder stößt er auf Forschungsergebnisse, die seine Fantasie anregen: "Die Idee zu Sirtris kam mir 2003, als ich die Arbeiten von David Sinclair las", erklärte Westphal Technology Review. Darin schilderte der Harvard-Forscher die lebensverlängernde Wirkung des Rotwein-Bestandteils Resveratrol auf Hefezellen. Die Firma Magen wiederum fußt auf Forschung, die erklärt, warum stark pigmentierte Hauttypen seltener Hautkrebs bekommen und wie sich das künstliche Ankurbeln der Pigmentierung für die Prävention von Hautkrebs nutzen ließe. Initialzündung für das Unternehmen Alnylam schließlich, das Westphal kurz nach dem Platzen der Biotech-Blase gegründet hatte, war eine Arbeit des deutschen Biochemikers Thomas Tuschl, der bewiesen hatte, dass sich mit Hilfe von RNA-Interferenz-Technik auch Gene in Säugetieren abschalten lassen.

Wer vor fünf Jahren den Mut hatte, Westphal zu folgen, der kann heute schon Gewinne verbuchen. Denn inzwischen werden die wenigen wirklich innovativen Biotech-Firmen mit viel Geld umworben. Um Zugang zur RNA-Interferenz-Technologie zu bekommen, mit der krankmachende Gene abgeschaltet werden können, hat etwa der Pharmakonzern Roche für eine Milliarde Dollar eine Kooperation mit Alnylam abgeschlossen. (wst)