IT-Arbeitslosigkeit: Die Schere öffnet sich weiter

Für Juni hat die Arbeitsagentur im DV-Kernbereich mehr Arbeitslose und weniger offene Stellen gemeldet.

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Von
  • Frank Möcke

Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten arbeitslosen IT-Fachleute im Kernbereich Datenverarbeitung ist von 29.930 im Mai auf im 30.252 im Juni gestiegen. Sie enthält nicht die Arbeitslosen, die bei kommunalen oder sonstigen Trägern gemeldet worden sind. Es fehlen unter anderem auch Personen mit 1-Euro-Jobs und Teilnehmer von Qualifizierungs- sowie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Angaben über Kurzarbeit liegen nicht vor.

Die Meldungen hinsichtlich offener Stellen gingen auf 5410 zurück (Mai: 5653). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Agentur nur einen Teil erfassen kann. Nach Schätzungen ihrer Forschungseinrichtung, dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), bleibt ihr grob geschätzt die Hälfte der offenen Stellen unbekannt. heise online publiziert die Zahlen dennoch monatlich, weil sie über die Jahre hinweg betrachtet Trends erkennen lassen.

Gesamtgesellschaftlich gesehen betraf die Arbeitslosigkeit im Juni knapp 3.410.000 Personen. Die oppositionelle Linkspartei hat anhand amtlicher Daten vorgerechnet, dass in Wirklichkeit 4.545.777 Menschen arbeitslos sind:

älter als 58, beziehen ALG II, circa 350.000
älter als 58, beziehen ALG I (§ 428 SGB III) 29.668
in Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten) 326.798
in beruflicher Weiterbildung 236.781
in Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen 48.390
in Aktivierung/Eingliederung (z. B. private Vermittlung) 67.795
erhalten Beschäftigungszuschuss (für schwer Vermittelbare) 33.871
in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 14.646
kranke Arbeitslose (§126 SGB III) 27.848
nicht gezählte Arbeitslose gesamt 1.135.797
tatsächliche Arbeitslosigkeit im Juni 2009 4.545.777
offizielle Arbeitslosigkeit im Juni 2009 3.409.980

(fm)