Computerhilfe gegen "Chemonebel"
PC-Trainingsverfahren sollen Menschen helfen, deren Hirnleistung durch eine intensive Krebsbehandlung tangiert wurde.
Die Neuropsychologin Shelli Kesler von der Stanford University konnte in einer Studie zeigen, dass computergestütztes Gehirntraining Menschen helfen kann, die unter dem sogenannten Chemonebel leiden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei handelt es sich um Beeinträchtigungen der Gehirnleistung, die nach Krebsbehandlungen mit Chemotherapien auftreten können.
Kesler zufolge zeigen Chemotherapie-Patienten bestimmte Veränderungen von Hirnstruktur und -funktion, die denen bei diffusen Hirnverletzungen ähneln. Das habe häufig Langzeitfolgen. Ihre Studie zeige nun "einen möglichen Weg", um die kognitiven Fähigkeiten wieder zu verbessern.
Kesler und ihr Team untersuchten insgesamt 41 Brustkrebsüberlebende ab 40, bei denen die letzte Chemotherapie mindestens anderthalb Jahre zurücklag. Zunächst wurde die aktuelle Gedächtnisleistung über verschiedene Aufgaben getestet. Anschließend beschäftigte sich die Hälfte der Frauen viermal die Woche jeweils bis zu 30 Minuten lang mit den verschiedenen Trainingsmodulen. Nach drei Monaten wurden sie erneut getestet. In immerhin drei von fünf Prüfkategorien zeigten sich gegenüber der Kontrollgruppe Verbesserungen.
Zum Einsatz kamen Lernspiele des Start-ups Lumos Labs aus San Francisco, das laut eigenen Angaben derzeit weltweit rund 35 Millionen Kunden hat. Die Lumosity genannte Sammlung ist gegen eine monatliche GebĂĽhr von 14,95 Dollar per Internet nutzbar.
Zach Hambrick, Psychologe an der Michigan State University in East Lansing, sieht den Nutzen des Versuchs, ist sich aber nicht sicher, ob ein solches Training auch langfristig helfen kann. "Die Studie ist gut gemacht, es wurde nicht nur ein Transfertest gemacht, sondern mehrere." Ein Problem sei aber die fehlende Aktivität innerhalb der Kontrollgruppe.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)