Salesforce und Oracle vertragen sich

In einem Vertrag mit neunjähriger Laufzeit haben die beiden Unternehmen eine enge Partnerschaft vereinbart. Oracle will Salesforce-Software integrieren, der CRM-Anbieter umgekehrt auf Hard- und Software des bisherigen Konkurrenten setzen.

vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Christian Kirsch

Vor nicht einmal zwei Jahren waren sich die beiden noch spinnefeind: Oracles Chef Larry Ellison verschob eine angekündigte Keynote des Salesfoce-CEO Marc Benioff und zitierte das Konkurrenzangebot öffentlich als Beispiel für eine "falsche Cloud". Jetzt haben sie sich vertragen und eine auf zunächst neun Jahre angelegte Partnerschaft angekündigt. Am morgigen Donnerstag wollen die beiden ehemaligen Streithähne ihre Einigkeit auf einer Veranstaltung für Presse und Analysten demonstrieren.

Der jetzt geschlossene Vertrag sieht vor, dass Salesforce seine CRM-Software auf Oracles Hard- und Software "standardisiert": Es will dessen Linux, Datenbank, Exadata-Server und Java als Middleware einsetzen. Umgekehrt will Oracle die Salesforce-Software mit Fusion HCM und Financial Cloud integrieren, die auch der ehemalige Gegner intern einsetzen wird.

Ellisons Vorwürfe aus dem Jahr 2011, Salesforce behindere Kunden durch proprietäre Lösungen und Vendor-Lock-in, sind ohnehin überholt: Oracle bewirbt seine aus Soft- und Hardware geschnürten Bündel wie die Exadata- und Exalytics-Server mit dem Slogan "Engineered to work together" und legt großen Wert darauf, dass die Bindung an einen Hersteller nur Vorteile für die Kunden haben. Jedenfalls, wenn er Oracle heißt. (ck)