Mit Handy und Laptop unterwegs
Mit Handy und Laptop unterwegs Wer die DatenĂĽbertragungsrate eines normalen Mobiltelefons betrachtet, fĂĽhlt sich in die 80er Jahre zurĂĽckversetzt.
Wer die Datenübertragungsrate eines normalen Mobiltelefons betrachtet, fühlt sich in die 80er Jahre zurückversetzt. Moderne Handys allerdings verfügen über den neuen Übertragungsstandard HSCSD und ermöglichen einen deutlich schnelleren Daten-Fluss. HSCSD steht für High Speed Circuit Switched Data.
Bei dieser Technik werden die Informationen über bis zu vier Kanäle gleichzeitig übertragen. Je nach Übertragungsgeschwindigkeit der einzelnen Kanäle sind so maximal bis zu 57,6 Kilobit pro Sekunde (kbps) möglich, das entspricht fast ISDN-Tempo (64 kbps). Zum Vergleich: Eine herkömmliche Verbindung im GSM-Netz bringt es gerade einmal auf 9,6 kbps.
In der Praxis sind die Übertragungsgeschwindigkeiten jedoch deutlich niedriger. Denn alle vier benutzten Funkkanäle müssen von einer einzigen Basisstation bedient werden - dazu dürfen sie nicht bereits von anderen Nutzern in Beschlag genommen worden sein. Da eine Basisstation insgesamt nur acht Funkkanäle besitzt, sind oft nicht genügend Ressourcen frei, um die Maximalgeschwindigkeit auch zu erreichen. Die zu erwartenden Übertragungsraten liegen in der Praxis daher häufig unter den maximal möglichen 57,6 kbps. Zudem sind die meisten Telefone technisch gar nicht in der Lage, vier Kanäle gleichzeitig zu nutzen.
Im Gegensatz zum ebenfalls neuen Übertragungsverfahren GPRS muss diese Bandbreite bei HSCSD nicht mit anderen Teilnehmern einer Funkzelle geteilt werden. Die von der Basisstation zugewiesenen Funkkanäle stehen dem HSCSD-Nutzer für die Dauer der Verbindung exklusiv zur Verfügung. Das heißt, das Funknetz stellt ihm gegenüber GPRS eine konstante Datenübertragungsrate bereit. Durch die vergleichsweise kurzen Übertragungszeiten und die Abrechnung mittels eines festen Minutenpreises, eignet sich der Einsatz der HSCSD-Technik besonders für umfangreiche Datentransfers.
HSCSD bieten zurzeit nur Vodafone, E-Plus und Quam an. T-Mobil und Viag Interkom setzen eher auf GPRS. Die BegrĂĽndung: Aufgrund der KanalbĂĽndelung und ihrer fixen Zuteilung schluckt HSCSD zu viel wertvolle Ressourcen, da hier ein Nutzer das Netz belastet wie vier konventionelle Mobilfunkteilnehmer.
Infrarot oder Kabel?
Wer nun sein HSCSD-fähiges Telefon als Modem, in Kombination mit einem Laptop nutzen will, um ins Internet oder Intranet zu gehen, muss zunächst einmal das Verbindungsproblem zwischen beiden Geräten lösen. Neben einer Kabellösung, steht noch der Weg über die integrierte Infrarotschnittstelle zur Verfügung - immer vorausgesetzt, beide Endgeräte sind mit einer solchen Schnittstelle auch bestückt. Das Handy muss dann so platziert werden, dass der Infrarot-Sendeempfänger auf den des Laptops ausgerichtet ist. Aber die Infrarotverbindung hat ihre Tücken: Ein Blatt Papier, das sich versehentlich in die Übertragungsstrecke schiebt, reicht bereits, um die Übertragung zu unterbrechen. Besser dran ist, wessen Endgeräte mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgerüstet sind, da hier für den Datentransfer kein Sichtkontakt zwischen den Geräten bestehen muss. Allerdings gibt es nur wenige Bluetooth-fähige Handys oder Laptops. So verläuft der stabilste Übertragungsweg zwischen Laptop und Handy zurzeit noch via Kabel.
Die Verarbeitung der Daten des Telefons erfolgt mit Hilfe einer speziellen Software. Hier offeriert Nokia ein vorbildliches Angebot. Eine kostenlose Nokia PC Suite kann vom Support-Server des finnischen Handy-Herstellers jeweils in der neuesten Version heruntergeladen werden. Der Weg dorthin ist allerdings mit Stolpersteinen gepflastert. Unter "Product Support" muss man die "Nokia Data Supported Phones" aufrufen und hier das entsprechende Nokia-Handy wählen. Unter "Downloads" steht die PC Suite zum Herunterladen bereit. Satte 24 MB umfasst die Applikation, mit einem ISDN-Modem dauert das Laden fast eine Stunde.
Die Installation ist erfreulich einfach. Mobiltelefon anschließen - und los geht's. Wer einen Treiber für die Infrarotschnittstelle benötigt, wird ebenfalls im Download-Bereich fündig. (ll)