Taschen-Pinguine
PDAs mit Linux haben lange ein MauerblĂĽmchendasein gefristet.
PDAs mit Linux haben lange ein Mauerblümchendasein gefristet. Mit dem Agenda VR3 und dem neuen Sharp Zaurus SL 5000 D soll sich das ändern. Vor allem der Sharp-Organizer hat das Zeug zum Bestseller.
Agenda Computing VR3
Einige Mängel bleiben allerdings auch weiterhin bestehen. So ist die Buchstabenerkennung nach wie vor gewöhnungsbedürftig und arbeitet sehr langsam. Der Graustufen-Touchscreen bietet zwar ausreichenden Kontrast, aber die inverse Hintergrundbeleuchtung à ¡la Palm macht das Arbeiten im Dämmerlicht unmöglich. Rund 17 Stunden Batterielaufzeit sind für einen Graustufen-PDA auch recht kurz. Für den Linux-Freak mag der VR3 erste Wahl sein, aber der verwöhnte Palm-User, der sonst kaum 'Feindberührung' mit einem Computer aufnimmt und hauptsächlich PIM-Funktionen nutzen möchte, dürfte sich mit diesem Gerät ein wenig überfordert fühlen, zumal es mittlerweile billigere PDAs mit üppigeren Applikationsbeigaben gibt.
Sharp Zaurus SL 5000 D
Das Gerät hat vergleichbare Maße und Gewicht wie ein HP Jornada
560 oder Compaq iPAQ und kommt ebenfalls mit reflektivem Farb-TFT (240 x
320 Bildpunkte) sowie StrongARM 1110 (206 MHz). An der linken Seite bringt
er SD- oder MM-Cards unter, oben passt eine CompactFlash-Karte vom Typ II
hinein.
Bislang konnte nur der Palm-OS-PDA HandEra 330 mit beiden Slots aufwarten. Der Clou: Die Gehäusefront des Displays fährt auf einem Schlitten nach unten und gibt eine Minitastatur frei, die begeistert, denn der deutliche Druckpunkt und die weiten Tastenabstände erlauben sogar mehrfingriges Tippen. Als PDA-übliche Zeicheneingabe stehen noch eine virtuelle Tastatur auf dem Touchscreen und eine Zeichenerkennung mit verschiedenen Modi zur Verfügung, die leistungsfähig ist, aber neben Transcriber in Pocket PCs (der besten überhaupt) etwas abfällt.
Den Stromhunger seines Linux-PDA hat Sharp noch nicht im Griff: 2,2 Stunden Akkulaufzeit werden den meisten Anwendern nicht reichen, da muss Sharp die uns vorliegende Entwicklerversion noch verfeinern. Die Helligkeit des Displays reicht für außen und innen, da der reflektive TFT-Bildschirm Umgebungslicht zur Darstellung nutzen kann. Ein Leuchtwunder wie ein iPAQ ist der Zaurus aber nicht. Als Betriebssystem dient Embedix Plus PDA von Lineo mit Linux- Kernel 2.4.6, als Bedienoberfläche die Qtopia-Umgebung von Trolltech. Sie setzt auf der Cross-Plattform-Klassenbibliothek Qt auf, die beispielsweise vom KDE-Desktop für Linux und Unix bekannt sein dürfte. Auch ein Großteil der Anwendungssoftware stammt von Trolltech: Dazu gehören neben PIM (Adressen, Notizen, Kalender) ein Attachment-fähiger Mailclient, Dateimanager, Media Player und natürlich eine Shell, um Linux-typisch mit der Kommandozeile zu arbeiten.
Der PDA beherrscht dank Jeode Virtual Machine zudem Java (mit Jini); als Webbrowser kommt Opera 5 zum Einsatz. Alle Anwendungen, Einstellungen und Konfigurationen sind übersichtlich in vier Karteikärtchen aufgelistet. Die Termindarstellung orientiert sich an Palm OS und Pocket PC (Balken in der Wochenansicht), wir bemängeln aber, dass in der Tagesansicht längere Einträge unten abgeschnitten werden und nicht alle Tageseinträge gleichzeitig zu sehen sind.
In der Adressanzeige vermissen wir schmerzlich eine Suchfunktion. Der Zaurus SL 5000 ersetzt mit seinem Media Player locker einen MP3-Player: Sobald eine SD- oder eine CF-Card im Slot steckt, mountet Linux das Medium automatisch (unter /var/ mnt/sd oder cf), scannt die Daten und zeigt die unterstĂĽtzten Formate im Media Player an. AuĂźerdem spielt der Media Player MPEG- 1-Video ab, dies aber zu Gunsten stotterfreien Tons mitunter ruckelig. Die Windows- Software 'QT Palmtop Center' synchronisiert und bringt Daten per Drag & Drop in den PDA.
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