Einen draufgelegt

Auch sein mobiles Spitzenmodell hat Apple auf Core-Duo-Hardware von Intel umgestellt und ihm eine bessere Ausstattung mitgegeben.

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Auch sein mobiles Spitzenmodell hat Apple auf Core-Duo-Hardware von Intel umgestellt und ihm eine bessere Ausstattung mitgegeben.

Von seinem G4-Vorgänger hat das MacBook Pro 17" seine äußere Form fast vollständig geerbt. Die iSight-Kamera über dem Display und der Infrarot-Empfänger neben dem Verschluss sind neu hinzugekommen, dafür Modem- und S-Video-Buchse verschwunden. Die Funkantennen für WLAN und Bluetooth befinden sich nun am Fuße des Bildschirms, der PC-Card-Slot musste einem ExpressCard/34-Schacht weichen.

Im Inneren kommt Hardware zum Einsatz, die weitgehend der im schon seit einigen Wochen verfĂĽgbaren 15"-MacBook Pro entspricht. Das DVD-Laufwerk brennt allerdings auch Double-Layer-Medien, die Festplatte fasst 120 GByte und es gibt einen FireWire-800-Anschluss.

Bereits im normalen Betrieb wurde unser MacBook Pro sehr warm (39 Grad Celsius an der Handballenauflage, 48 an der Unterseite), der Lüfter drehte nach Phasen voller Last mit mäßiger Lautstärke (0,5 Sone) auf. Das nervige Wandlerzirpen trat wie beim 15"-Modell auf. Das Pro-Book erzielte bei Tests mit den an die neue Hardware angepassten Programmen die höchsten bisher erreichten Werte aller Core-Macs. Wegen der 2,5-Zoll-Festplatte hinkt die Performance gegenüber dem 2,0-GHz-iMac mit 3,5-Zoll-Harddrive zum Teil etwas hinterher. Auch bei OpenGL-Messungen schnitt der iMac etwas besser ab, der X1600-Grafikchip wird vom Mac OS im MacBook mit verminderter Taktrate gefahren. Bei den Spielen Quake 3 und Doom 3 rannte das Notebook dem 2-GHz-Desktop allerdings wieder davon und der GPU-Takt erhöhte sich von 311 auf 423 MHz. Unter Windows XP liefen die Ballerspiele ähnlich gut, das DVD-Kleinrechnen dauerte jedoch unerwartet lange. Der hoch getunte Prozessor zeigte sich hier nicht "vollgasfest", denn er reduzierte zwischendurch immer wieder seinen Takt und die Zeitdauer wuchs von anfänglich berechneten zehn auf letztlich 16 Minuten.

Bei Einsatz von PowerPC-Software fielen die Ergebnisse mit der Rosetta-Emulation wie üblich um etwa ein bis zwei Drittel schlechter aus als auf dem G4-Vorgänger. Nur der Photoshop-Test lief etwas schneller, weil er vom zweiten Prozessorkern gehörig profitiert.

Unter Windows flutschten durch die USB-2.0-Schnittstelle rund 24 MByte/s, während das Mac OS nicht über 13 hinauskam. Bei FireWire-400 schaffte Mac OS hingegen bis zu 32 MByte/s und XP patzte mit einem Wert deutlich unter 10. Die grundsätzlichen Einschränkungen unter Windows durch mangelnde Treiber bestanden gegenüber dem Test in c't 10/06 ab Seite 116 fort.

Der 68-Wh-Akku reichte für fast drei Stunden DVD-Kino bei 100 Candela/m2 Bildschirmhelligkeit. Das 85-Watt-Netzteil hat einen magnetischen Stecker, der sich bei Zug am Kabel löst.

Das für ein Notebook passable Display hat weiterhin 1680 x 1050 Bildpunkte und ist um rund 30 Prozent heller, die Helligkeitsverteilung ist allerdings mit Abweichungen von 58 cd/m2 noch schlechter geworden. Die Farben erwiesen sich als flau und etwas zu winkelabhängig, nur Grau und Schwarz machten einen ordentlichen Eindruck, genauso wie der Kontrast von knapp 500:1. Besonders mies waren die Schaltzeiten von 27,1 ms bei einem Wechsel zwischen Grautönen - also nichts für Spieler.

Fazit

Das 17" MacBook Pro setzt sich erwartungsgemäß noch etwas vom 15"-Modell mit 2 GHz ab und kann sogar den 20"-iMac meist noch überflügeln. Negativ fielen die Hitzeentwicklung und das durchschnittliche Display auf. Gegenüber dem G4-Vorgänger hat sich ansonsten eine Menge Positives getan, weshalb auch das trotz aller Schlankheit bereits etwas unhandlich große 17-Zoll-Flaggschiff gut bei den Käufern ankommen dürfte. Der Nachteil (noch) fehlender nativer Programme wird durch das klaglos arbeitende Rosetta und erst recht durch das zusätzlich zu betreibende Windows mit seiner Softwarefülle für die meisten wieder wettgemacht. (jes)

Literatur
[1] Johannes Schuster, Umsteiger, Apples erster Mobil-Mac mit Intel Core Duo, www.heise.de/mobil/artikel/71937/
[2] JĂĽrgen Rink, Doppelherz, Centrino Duo in Notebooks, www.heise.de/mobil/artikel/73940


MacBook Pro 17"
HerstellerApple
ProzessorCore Duo, 2,16 GHz, 2 MByte gemeinsamer L2-Cache, FSB667
Arbeitsspeicher1 GByte DDR2-667/PC2-5300 (2 GByte max. in 2 SO-Dimm-Slots)
Laufwerke120 GByte-Festplatte, 8X-DVD-Brenner
GrafikATI Radeon X1600 (ATI M56-D) mit 256 MByte GDDR3-Speicher (423/450 MHz)
Display17 Zoll LCD mit 1680 x 1050 Pixeln (16:10), maximale Helligkeit 122 bis 180 Candela/m2, Kontrast 496:1
AnschlĂĽsseAudio In und Out, digital In und Out (optisch), FireWire-800 und -400, 3 Ă— 2.0, DVI-Out mit Dual-Link, Gigabit-Ethernet, 802.11g-WLAN, Bluetooth 2.0 EDR+, Express Card/34-Slot
Größe (B × T × H) und Gewicht392 mm × 265 mm × 259 mm, 3,1 kg
Preis2730 EUR

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