Kerniger Apfel
Nach den iMacs hat Apple nun auch seine Pro-Notebooks auf die neuen Intel-Mobilprozessoren umgestellt.
Nach den iMacs hat Apple nun auch seine Pro-Notebooks auf die neuen Intel-Mobilprozessoren umgestellt.
Am flachen Aluminium-Gehäuse der neuen Pro-MacBooks hat sich nicht viel geändert, lediglich eine FireWire-800-Buchse ist beim 15-Zoll-Modell hinzugekommen. Doch im Inneren tut nun eine 64-Bit-Doppelkern-CPU Core 2 Duo mit 4 MByte gemeinsamem Level-2-Cache ihren Dienst. Die Geschwindigkeit des Frontsidebusses (FSB667) hat sich bei der verwendeten Mobilvariante des Core-2-Duo-Chips (Merom) gegenüber dem Core Duo (Yonah) nicht geändert. Der Arbeitsspeicher ist ebenfalls nicht schneller geworden, Apple baut aber ab Werk mehr RAM ein.
Das Hauptaugenmerk bei der zweiten Generation von Apple-Notebooks mit Intel-CPU gilt der Leistungssteigerung. Bei den bereits auf die Intel-Architektur angepassten Programmen legte das von uns getestete 15"-MBP mit 2,33 GHz und 2 GByte RAM im Vergleich zu dem Vorgänger mit 2,16 GHz und 1 GByte RAM um 10 bis 50 % zu. Rendern in Cinebench ging um 15 Prozent schneller vonstatten, das MP3-Kodieren in iTunes lief 55 Prozent zügiger. Mit 10 Prozent fiel der Zuwachs beim Kleinrechnen einer gerippten DVD mit DVD2OneX am niedrigsten aus, da hier die Festplatte die wichtigste Komponente ist. Photoshop unter der Laufzeitumgebung Rosetta legte gar um 63 Prozent zu; der Emulator profitiert vor allem vom verdoppelten Level-2-Cache, Photoshop vom größeren Arbeitsspeicher.
Bei den bereits Intel-Mac-nativen Ballerspielen Quake 3 und Doom 3 gab es im Vergleich zum 15"-Vorgänger einen deutlichen Zuwachs, da bei ihm unter Mac OS X der GPU-Takt von Apple gedrosselt worden war. Gegenüber dem bisherigen 17"-Gerät gibt es hingegen keine Steigerung, woraus man schließen kann, dass beide ohne angezogene Handbremse laufen. Wie bei den Vorgängern wird die Unterseite der Pro-MacBooks bei Volllast heiß, man sollte es dabei also nicht unbedingt auf den Oberschenkeln haben. Am angenehm hellen, hochauflösenden und wenig winkelabhängigen Display hat sich nichts geändert; die Akkulaufzeiten beim DVD-Schauen haben sich mit 2:51 Stunden ein wenig verbessert.
Nach der von einigen Kinderkrankheiten geplagten Vorgängerserie traten bei dem Testgerät weder pfeifende Laute der Spannungswandler auf noch schaltete sich das Gerät unerwartet ab. Die Geräusche beschränkten sich auch unter Volllast oder bei 3D-Ballerspielen auf akzeptable 0,5 Sone. Unter dem problemlos per Boot Camp 1.1.2 zu installierenden Windows XP drehten die Lüfter allerdings weit häufiger auf.
Wie beim schon auf Core-2-Duo umgestellten iMac und dem Mac Pro ermittelten wir unter Windows XP eine Schwäche der internen SATA-Festplatte, die weniger als 20 MByte/s an Daten transferierte. Unter OS X waren es fast doppelt so viel. Dies erklärt sich nur zum Teil durch die Lage der Windows-Partition am langsamen Ende der Festplatte und dürfte an mangelnder Treiberoptimierung liegen. Unter Mac OS X kränkelte wieder einmal die Schreibrate über die USB-2.0-Schnittstelle mit rund 12 MByte/s, hier waren die XP-Werte fast doppelt so hoch.
Unter Windows stehen inzwischen die meisten MacBook-Funktionen zur Verfügung: Einen Rechtsklick kann man (wie auf Wunsch beim Mac OS) mit zwei Fingern auf dem Trackpad auslösen, für die Regelung der Lautstärke und der Display-Helligkeit installiert die Boot-Camp-Treiber-CD kleine Module in der Taskbar, nach Drücken der Fn-Taste kann man die Tasten F1 bis F5 auch dafür benutzen. Auf die Tastaturbeleuchtung muss der XP-Anwender allerdings weiter verzichten. Die Geschwindigkeitsverbesserungen in der Praxis bewegen sich zwischen 17 (Cinebench) und 36 (Mathematica) Prozent. Damit hängt das MBP 2,33 GHz viele aktuelle Notebooks mit Core-2-Duo-CPU ab.
Fazit
Die Kinderkrankheiten der ersten Apple-Notebooks mit Intel-CPU scheinen auskuriert, die Performance legt noch einmal kräftig zu und die Ausstattung hat sich weiter verbessert: Die neuen Pro-MacBooks mit Core-2-Duo-CPU sind in allen Belangen besser als die bereits gelobten Vorgänger. Die Windows-Unterstützung wurde (bis auf die Festplattentreiber) weiter optimiert, nun fehlt es nur noch an wichtiger Intel-nativer Mac-Software. Durch die schiere Rechenpower des Core 2 Duo kann man die Wartezeit bis zur Portierung allerdings gut verschmerzen, so lief beispielsweise Photoshop in der Emulation fast doppelt so schnell wie auf den besten G4-PowerBooks. (jes)
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