Internes Update
Äußerlich unverändert bringen Apples MacBooks nun auch eine Intel-Core-CPU der zweiten Generation mit.
Äußerlich unverändert bringen Apples MacBooks nun auch eine Intel-Core-CPU der zweiten Generation mit.
Wie bisher setzt Apple bei den MacBooks auf Hochglanzdisplays im 16:10-Format und Kunststoffgehäuse – auch der Aufpreis für die Farbe Schwarz ist geblieben. Das weiße MacBook hat eine hellgraue Handballenablage, das schwarze Gerät ist komplett einfarbig – bis auf das weiterhin weiße Netzteil. Ungewöhnlich wirkt die Tastatur mit seitlich nicht abgeschrägten Kappen bei normgerechtem Abstand.
Im Inneren arbeitet nun eine Core-2-Duo-CPU, die durch eine bessere Architektur und zum Teil mehr Level-2-Cache eine höhere Leistung bringen soll. Im Test hatten wir die beiden Modelle mit 2 GHz Prozessortakt und DVD-Brenner in Weiß und Schwarz. Bei diesen hat sich die Kapazität des L2-Cache auf 4 MByte verdoppelt, der CPU-Takt ist gleich geblieben. Die Performance verbessert sich trotzdem um bis zu 50 Prozent. Das ist aber nicht nur der Hardware zu verdanken, sondern auch fortschreitender Optimierung der Software für Intel-CPUs. Beispiele liefern iTunes und das in der Rosetta-Emulation laufende Photoshop. Auch an QuickTime (37 Prozent) und GarageBand (28 Prozent) hat Apple offenbar gearbeitet. Bei Applikationen wie Cinebench-Rendering oder Mathematica fiel der Zuwachs mit neun bis zwölf Prozent bescheidener aus. Plattenlastige Tests wie mit DVD2OneX2 profitierten noch weniger. Bei den 3D-Ballergames wie Doom 3 oder Quake 4 gab es kaum Veränderungen, denn da setzen weiterhin die integrierte GMA-950-Grafik des Intel-945-Chipsatzes und die Busgeschwindigkeit (FSB667) die Grenzen.
Wegen der vom Dual-Channel-Modus profitierenden Chipsatzgrafik, die auch direkt auf den Hauptspeicher zugreift und sich unter Mac OS X 64 MByte davon abknapst, setzt Apple zwei gleich große RAM-Module in die beiden Slots ein. Nun sind es serienmäßig 2 × 512 MByte statt 2 × 256. Neu ist auch das SuperDrive mit der Fähigkeit, Double-Layer-DVDs zu beschreiben. Den Festplattenplatz hat Apple bei mittleren Konfigurationen von 60 auf 80 GByte, beim schwarzen MacBook von 80 auf 120 GByte vergrößert. Das schwarze und das gleich schnell getaktete weiße MacBook unterscheiden sich weiterhin nur durch die Festplatte und den Preis. Auch unsere Benchmarks und Messungen haben nichts anderes zu Tage gebracht.
Selbst die "Glossy Displays" der beiden Geräte waren dieses Mal die gleichen und entsprachen dem des 1,83-GHz-Modells im letzten Test [1]. Bei diesem Panel muss man den Deckel besonders weit aufklappen, um das beste Bild zu bekommen, was für Sitzriesen und bei Beleuchtung von oben ungünstig ist. Die Farben wirken recht flau und sehr winkelabhängig. Die Helligkeit ist mit 234 cd/m² in der Mitte sehr hoch für ein Notebook, allerdings fallen die Werte auf minimal 168 cd/m² zu den Ecken hin ab. Die Qualität des VGA-Signals für externe Analog-Monitore ist wegen zu niedriger Weißpegel ungenügend.
Windows XP ließ sich mittels Boot Camp 1.1.2 problemlos installieren. Mit neueren Treibern funktionierte nun die Helligkeits- und Lautstärkeregelung mit den Tasten Fn+F1 bis Fn+F5. Auch der Rechtsklick mit zwei auf dem Trackpad liegenden Fingern klappte. Die Performance-Steigerung bewegte sich im erwarteten Rahmen und bot keine Ausreißer wie unter Mac OS X. Allein die Festplatten beider MacBooks kamen nicht über Transferraten von 19 MByte/s hinaus.
Aus den Problemen der ersten MacBook-Generation mit pfeifenden Spannungswandlern, unregelmäßigen Abschaltungen und sich verziehenden Gehäusen scheint Apple gelernt zu haben: Innerhalb des Testzeitraums traten keine derartigen Schwierigkeiten auf. Dies könnte auch daran liegen, dass die Lüfter beider MacBooks viel früher ansprangen und auch höher drehten. Der Geräuschpegel bei Volllast stieg denn auch von 0,9 auf 2,9 Sone. Unter Windows drehten die Lüfter noch früher auf. Der Akku reichte für deutlich über drei Stunden DVD-Genuss.
Fazit
Die Kinderkrankheiten der ersten MacBooks scheint Apple ausgeräumt zu haben – allerdings auf Kosten einer größeren Geräuschbelastung durch heftiger aufdrehende Lüfter. Geblieben ist ein Aufpreis für die Business-Farbe Schwarz; er beträgt rechnerisch aber nur noch 50 statt 160 Euro, da der Unterschied zwischen den Festplatten bereits 150 Euro ausmacht. Auf das helle, aber spiegelnde Display reagieren die potenziellen Käufer unterschiedlich, man sollte sich also am besten selbst "ein Bild machen". Abgesehen davon hinterließen die getesteten Notebooks einen soliden und ausgereifteren Eindruck. Die Preise blieben bei besserer Ausstattung unverändert. (jes)
Literatur
| [1] Johannes Schuster, Schwarz auf weiĂź, Apples MacBooks mit Intel-Prozessoren, c't 13/06, S. 80 |
| [2] Johannes Schuster, Kerniger Apfel, Apples MacBook Pro 15" mit Core 2 Duo, www.heise.de/mobil/artikel/81948 |
| [3] Johannes Schuster, Einen draufgelegt, Apples MacBook Pro mit 17" und zwei Prozessorkernen, www.heise.de/mobil/artikel/74882 |
| [4] Johannes Schuster, Umsteiger, Apples erster Mobil-Mac mit Intel Core Duo, www.heise.de/mobil/artikel/71937 |
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