Kellnerschule
Den digitalen Alltag erledigt man mit dem iPad gerne, doch manches hat Apple zu unflexibel gelöst. Elegante Umwege und kleine Tricks helfen weiter.
Das iPad macht Spaß, weil sich der digitale Alltag damit angenehmer erledigen lässt als mit einem Notebook. Allerdings hat es Einschränkungen, die teils konzeptionell bedingt, teils dem offensichtlich übereilten Marktstart geschuldet sind. Einige davon kann man mit kleinen Tricks umgehen, die anderen sollte man zumindest kennen.
Anfangs störten beim iPad besonders die häufigen Verbindungsabbrüche des WLAN-Moduls, was Apple mit der iOS-Version 3.2.1 verbessert haben will. Tatsächlich treten den bisherigen Erfahrungen nach deutlich weniger Abbrüche auf. Ratsam ist inzwischen, unbedingt Version 3.2.2 einzuspielen, die eine gefährliche Sicherheitslücke beim Betrachten von PDFs schließt.
An einem einzigen Router brach die Verbindung weiterhin nach wenigen Minuten zusammen, und zwar nur bei den iPads, während Dutzende andere Notebooks und Smartphones störungsfrei arbeiteten. Ob das auf den Router oder die iPad-Firmware zurückzuführen ist, konnten wir bislang nicht abschließend klären. Etwas ausdauernder funktionierte die Verbindung, wenn wir den Router auf eine feste Verschlüsselung einstellten: WPA oder WPA2, TKIP oder AES, aber nicht die meist voreingestellte automatische Erkennung beider Arten. Das minderte auch bei anderen Routern vor dem iOS-Update die Zahl der Verbindungsabbrüche.
In einigen öffentlichen WLANs mit Registrierung oder Abrechnungsmodell misslingt die Anmeldung, weil der Browser die Seiten fehlerhaft darstellt: Mal tauchen Abrechnungsseiten nicht auf, mal kann man die Eingabefelder nicht anwählen oder die Displaytastatur blendet sich nicht ein.
Abhilfe gibt es keine, nur den Ausweg, sich nicht aufs WLAN zu verlassen, sondern UMTS zu nutzen – also das iPad 3G zu kaufen oder einen UMTS-WLAN-Router zu verwenden, vorzugsweise einen mit Akku (siehe Reisen mit dem Netz).
Ein weiteres Problem mit dem iPad 3G ist inzwischen gelöst: Anfangs konnte man es nicht mit den Doppel-SIMs (MultiSIM, TwinCard) von T-Mobile und Vodafone betreiben, weil das iPad dem Handy zuvorkam und jeden Anruf angenommen hat. (Was den Anrufer auf die Mailbox umgeleitet hatte, weil das iPad mit einem Sprachanruf nichts anfangen kann.) Diesen Fehler haben die Provider-Updates „T-Mobile 6.2“ und „Vodafone 6.2“ Mitte Juli korrigiert: Das iPad überlässt nun dem Handy den Anruf und hält sich raus.