Kellnerschule
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IMAP-Ordnung
Zur Mail-Synchronisation zwischen PC und iPad stellt man zweckmäßigerweise am PC den E-Mail-Zugang von POP3 auf einen Dienst um, der die Mails auf dem Server belässt. Apple Mobile Me, Microsoft Exchange und Google Mail arbeiten so; IMAP-Zugänge bieten alle großen Mail-Dienste wie GMX oder Web.de an, ebenso Provider wie 1&1 und Strato für gehostete Domains.
Der Mail Client zeigt immer den gesamten IMAP-Baum an, man kann weder Ordner ausblenden noch Unterbäume einklappen. Wer mit vielen Ordnern umgeht, verliert deshalb schnell die Übersicht. Das für Herbst erwartete iOS 4 verbessert das nicht, zumindest verhält sich der Mail-Client des iPhone 4 genauso laienhaft eingeschränkt. Auch funktioniert IMAP-IDLE nicht. Bei Exchange-, Mobile-Me- und Googlemail-Konten beherrscht das iPad das Abrufen per Push schon jetzt.
Ein Entwürfe-Ordner ermöglicht es, eine Mail auf einem Gerät zu beginnen und auf einem anderen fortzuführen. Beim Schreiben einer Mail drückt man dazu auf den Abbrechen-Knopf und wählt im sich öffnenden Menü Sichern. Später schreibt man weiter, indem man sie im Entwürfe-Ordner einfach anklickt – dort gespeicherte Mails lädt das iPad in den Editor, ähnlich gehen andere Mail-Clients damit um.
So lässt sich auch ein Nachteil des iPad umgehen, nämlich die fehlende Umschaltmöglichkeit zwischen verschiedenen Signaturen, beispielsweise zwischen privater und geschäftlicher. Nun stellt man die private Signatur ein, speichert geschäftliche Mails mit falscher Signatur im Entwürfe-Ordner und verschickt sie später vom Arbeitsplatz aus mit der richtigen Signatur.
Nicht alle IMAP-Clients bezeichnen die Ordner gleich, mal heißt er Entwürfe, mal Drafts oder drafts. Ähnliches gilt für den Ordner mit gesendeten Nachrichten und für den Papierkorb, einige Clients unterstützen auch einen Vorlage-Ordner. Wenn das iPad keine Mails löschen will, kann übrigens ein falsch bezeichneter Papierkorb-Ordner der Grund sein.
Zuerst sollte man alle IMAP-Clients daraufhin abklappern, ob man diese Ordner überhaupt konfigurieren kann. Das geht beispielsweise beim iPad gut, beim Thunderbird 2.0 nur für Entwürfe und Gesendet, für den Papierkorb erst ab Thunderbird 3.0. Der mächtige Android-Client K-9 bietet die Option unter Kontoeinstellungen/Einstellungen für Posteingangsserver.
Der unflexibelste Client gibt also die Namen vor, auf die man die anderen einstellt. Verwirrend ist, dass einige Clients einen lokalisierten Namen anzeigen, den Ordner aber englisch benennen – beispielsweise heißt er „sent“, wird aber als „Gesendet“ angezeigt. Viele Clients haben auch die Fähigkeit, diese Ordner anzulegen, wenn sie nicht existieren. Manchmal verschaffen IMAP-Clients wie IMAPSize Klarheit, die einfach nur die Ordnerstruktur samt Mails anzeigen.
Die Absenderadresse und der benutzte Mail-Account lassen sich am iPad übrigens einfach umstellen: Tippen Sie dazu auf die Zeile „Kopie/Blindkopie, Von“ über dem Betreff und auf die sich daraufhin ausklappende Zeile „Account“. Das funktioniert auch, wenn man Mails aus anderen Apps verschickt, beispielsweise Browser oder Twitter. Welcher Account voreingestellt ist, können Sie in den Einstellungen unter Mail/Standard-Account wählen.