Angedockt

Unterwegs wischt man auf Acers W500 durchs Web, längere Texte tippt man am Schreibtisch – dort mutiert das Tablet im Tastatur-Dock zum Notebook.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 4 Min.
Inhaltsverzeichnis

Nur Angeber brauchen neben dem Tablet noch ein Notebook. Acers W500 ist beides in einem. Auf dem Sofa oder unterwegs dient es als Tablet, am Schreibtisch als Notebook, das via USB mit Maus und Drucker kommuniziert. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt und erspart das Synchronisieren.

Doch die Sache hat einen Haken: Windows. Das PC-Betriebssystem wurde für Maus und Tastatur entwickelt, nicht für Tablets. Außerdem läuft es nur auf kräftiger Hardware flüssig. Deshalb sind kleine Hersteller wie Archos und Hanvon am Versuch gescheitert, ein einfach zu bedienendes und ausdauerndes Windows-Tablet zu bauen. Acer macht nun zumindest eines besser: Statt drei bis vier Stunden wie die Konkurrenten läuft das W500 über sechs Stunden mit einer Akkuladung.

Das Gewicht von knapp einem Kilogramm ist für ein Sofa-Surfbrett allerdings heftig. Egal ob hochkant oder quer, mit einer Hand mag man das W500 nicht lange halten. Fasst man es mit beiden Händen, muss man die Daumen arg strecken, um Punkte in der Displaymitte zu treffen. Am Display gefällt, dass die Farben auch bei schrägen Blickwinkeln nicht flau werden. Es leuchtet allerdings nicht hell genug, um alle Spiegelungen zu überstrahlen.

Blendwerk: Acers hübscher Touch-Desktop lässt sich nicht personalisieren.

Das größte Manko: Acer hat es versäumt, eine einfach zu bedienende und umfassende Touch-Oberfläche über Windows zu legen. Der Hersteller liefert zwar einen Desktop-Ersatz mit, den „Ring“. Doch der bietet nur Shortcuts zu ein paar Tools und vier Touch-optimierten Anwendungen. Eigene Verknüpfungen kann man anders als bei Acers Iconia-Notebook mit zwei Touchscreens nicht hinzufügen. Als persönlicher Desktop taugt der Ring deshalb nicht.

Acers Anwendungen – ein Touch-optimierter Internet Explorer 8, ein Client für Facebook & Co., ein Screenshot-Tool und ein Streaming-Programm – bieten große Bedienfelder, ruckeln beim Scrollen aber so stark, dass von Apple oder Android verwöhnte Nutzer schnell die Geduld verlieren.

Noch stärker bremst die Windows-Bildschirmtastatur, die Acer nicht verbessert hat. Sie erscheint erst nach zweimaligem Tippen, hat zu kleine Tasten und verdeckt Inhalte. Wer das W500 mit mehr Touch-Spaß bedienen will, muss sich um passende Software also selbst kümmern. Das Angebot an alternativen Desktops wie Frontface (40 US-$) ist jedoch dünn.