Fortschritte bei farbigen Quantenpunkt-Displays
US-Forscher entwickeln ein neues Druckverfahren, das in den nächsten Jahren kommerzialisiert werden könnte.
Forscher am MIT haben gezeigt, dass sich mit Hilfe eines Stempelverfahrens klitzekleine Kristalle, die Licht abgeben, in unterschiedlicher Färbung direkt nebeneinander drucken lassen. Der Prozess gilt als wichtiger Fortschritt auf dem Weg zu so genannten Quantenpunkt-Bildschirmen, die bislang nur einfarbig hergestellt werden konnten, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die neue Technik verspricht flachere, flexiblere und hellerere Geräte als die aktuelle Flachdisplay-Generation nach dem LCD-Verfahren.
Das Start-up QD Vision aus dem amerikanischen Watertown will den Ansatz nun bald kommerzialisieren. Bezahlbare Displays, die auf der Technik aufbauen, könnten bereits 2011 auf den Markt kommen, sagt der Technologiechef der Firma, Seth Coe-Sullivan, der zuvor in dem Bereich forschte.
Quantenpunkte sind drei bis zwölf Nanometer kleine Kristalle aus einem Halbleitermaterial, die Licht sehr scharf definierter Frequenz – abhängig von ihrer Zusammensetzung und Größe – abgeben können. Sie sind für Displays interessant, weil sie nur ein Fünftel bis ein Zehntel der Energie von LCDs benötigen, bei denen zudem noch eine Hintergrundbeleuchtung notwendig ist. Sie teilen sich einige positive Eigenschaften mit organischen Leuchtdioden (OLEDs), einer anderen neuen Display-Technologie, die derzeit vor allem in Handys und MP3-Spielern verbaut wird.
Quantenpunkte bieten aber ein noch reineres Farbbild als OLEDs. "Typische OLEDs leuchten grün und geben dann aquamarin-gelbliche Photonen ab, die zu einem eher weißen Grün führen – das wirkt also stets ein wenig wie ausgewaschen", sagt Vladimir Bulovic, Professor für Elektrotechnik am MIT, der die QD Vision-Technik federführend entwickelt hat. Quantenpunkte gäben stattdessen ein sehr enges Emissionsspektrum ab, was die Farbwahrnehmung durch das menschliche Auge wesentlich reicher mache.
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(bsc)