Siemens Ă–sterreich baut ab

Der Überschuss von Siemens Österreich hat sich im Geschäftsjahr 2008 fast halbiert. Knapp 1.000 Mitarbeiter sollen dazu gebracht werden, freiwillig zu gehen.

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Der im Sommer begonnene Personalabbau bei Siemens Österreich geht weiter. 100 Stellen wurden in Österreich im Rahmen des konzernweiten Kostensenkungsprogrammes bereits gestrichen. Siemens-Österreich-Chefin Brigitte Ederer schließt zwar Kündigungen nicht aus, bevorzugt aber "einvernehmliche Lösungen". Zum Stichtag 30. September hatte die Siemens AG Österreich 8.371 Mitarbeiter. Das sind 781 mehr als ein Jahr zuvor.

Zusätzlich sollen 470 Mitarbeiter in der Softwaresparte Siemens PSE (Program and Systems Engineering) gehen. Grund dafür ist eine Umstrukturierung des Softwarebereichs im Siemens-Konzern als Teil des Sparprogramms. Für die PSE-Mitarbeiter gibt es einen bis Ende März laufenden Sozialplan, für den 100 Millionen Euro in der Bilanz rückgestellt wurden. Kündigungen sollen vermieden werden, nach Arbeitsplätzen in anderen Teilen des Konzerns wird gesucht.

In finanzieller Sicht bietet die Siemens AG Österreich ein uneinheitliches Bild. Den Jahresumsatz im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 konnte sie um gut ein Zehntel auf knapp 2,8 Milliarden Euro erhöhen. Annähernd so stark wuchs das Betriebsergebnis auf 109 Millionen Euro. Die Gewinne aus Finanzinvestitionen konnten sogar um 56 Prozent auf 145 Millionen Euro gesteigert werden. Trotzdem ist der Jahresüberschuss um fast die Hälfte auf 132 Millionen Euro eingebrochen.

Grund ist das außerordentliche Ergebnis, das von plus 58 Millionen auf minus 133 Millionen eingebrochen ist. Hauptverantwortlich dafür sind Abschreibungen über etwa 104 Millionen Euro im Zuge des Verkaufs der Elin Buildings & Infrastructure sowie Anwachsungsverluste von rund 101 Millionen Euro bei der SIS KG (Siemens IT Solutions and Services). Der Bilanzgewinn von rund 136 Millionen Euro soll fast zur Gänze an den Konzern ausgeschüttet werden. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)