Vorstandschef verlässt angeschlagenen Handyzulieferer Balda

Balda kann nach eigenen Angaben sein Umsatzziel nicht erreichen, u. a. wegen dem Anteilsverkauf an der chinesischen Tochter TPK (die berührungsempfindliche Bildschirme herstellt), dem nachlassenden Konsum und der Absatzschwäche eines großen Kunden.

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  • dpa

Der weiter mit Verlusten kämpfende Handyzulieferer Balda verliert seinen Vorstandschef. Joachim Gut, der im Oktober 2003 den Vorstandsvorsitz übernommen hatte, verlasse das Unternehmen zum Jahresende, teilte die Balda AG mit. Die Trennung erfolge einvernehmlich. Hintergrund seien die Neuausrichtung und die Konzentration auf Kunststoff- und Elektronikprodukte sowie der Beschluss des Aufsichtsrats, den Vorstand zu verkleinern. Finanzchef Dirk Eichelberger solle den Konzern künftig als Alleinvorstand führen. Balda hatte im Oktober bekannt gegeben, 2008 erneut Verluste zu schreiben.

Außerdem hatte das Unternehmen das früher genannte Umsatzziel von 414 Millionen Euro im Gesamtjahr kassiert. Als Gründe nannte Eichelberger den Anteilsverkauf an der chinesischen Tochter TPK, die berührungsempfindliche Bildschirme herstellt, den nachlassenden Konsum, Abschreibungen und Wertberichtigungen sowie die Absatzschwäche eines großen Kunden. 2007 waren Verluste von 73,3 Millionen Euro aufgelaufen. In den ersten neun Monaten 2008 schrieb Balda unter dem Strich Verluste von 17,2 Millionen Euro – nach einem Überschuss von 2,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Balda hatte im September bekannt gegeben, zwölf Prozent der Anteile am Touchscreen-Geschäft TPK zu verkaufen, der Anteil sank damit auf 38 Prozent. Bis dahin galt das Geschäft mit berührungsempfindlichen Bildschirmen als Hoffnungsträger. Kürzlich hatte sich Balda nach monatelangen Verhandlungen mit den Banken finanziell Luft verschafft. Der bis Ende 2009 gewährte Kredit beläuft sich auf 76,5 Millionen Euro. Die Balda-Aktie stieg bis zum Mittag an der Frankfurter Börse um 6,4 Prozent auf 0,53 Euro. Das Jahreshoch lag bei 10,10 Euro.

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(dpa) / (jk)